Straßen in Bonn-Castell

Augustusring

Die Straßenbezeichnung erinnert an Kaiser Augustus, wie verschiedene Straßen im Umfeld des ehemaligen Legionslagers, das sich in unserem Ortsbereich befand. Am 15. Juli 1904 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, die Straße von der Rheindorfer Straße bis zum Leinpfad in „Augustusring“ umzubenennen. Bis dahin hieß die Straße vom Güterbahnhof Weststraße durchgehend bis zur Rheindorfer Straße „Provinzial-Ring-Straße“. Zu dieser Zeit war der Bereich nur mit der „Provinzial-Irrenanstalt“, den Kasernen und dem Israelitischen Friedhof bebaut.

Die Häuser an der Nordseite des Augustusringes entstanden 1920 für französische Besatzungsfamilien. An der Südseite wurden Baracken für die französischen Kolonialtruppen gebaut. Nach dem Abzug der Besatzung 1926 wurden die Wohnungen beiderseits der Straßen von der Bevölkerung genutzt.

1969 wurden die Baracken abgerissen. Es fanden anschließend umfangreiche Grabungen des Landesmuseums statt, da sich dort die Nordgrenze des ehemaligen Legionslagers befand. Man stieß auf vier Kasernen und ein Gebäude. Der Bau der Terrassenhäuser mit 208 Wohnungen wurde 1974 fertiggestellt und befand sich zunächst im Besitz der Versicherungsanstalt Rheinprovinz. Die VEBOWAG übernahm die Verwaltung. 1993 wurde der Wohnkomplex von der Wohnbau GmbH erworben.

Im unteren Abschnitt der Römerstraße zum Rhein wurden Anfang der siebziger Jahre ein Kleinspielsplatz und eine Feuerstelle angelegt, die für das jährlich stattfindende Martinsfeuer vom Ortsausschuss genutzt wird. Anfang der neunziger Jahre wurde ein Regenüberlaufbecken gebaut.

1996 kam mit Unterstützung der CDU der Beschluss, dass die Nachbildung des Römerkrans, welcher der Stadt Bonn 1989 von der Firma Breuer, Hürth, zum Geschenk gemacht wurde und bis dahin am Stadthaus aufgestellt war, nun am Augustusring in der Nähe des ehemaligen Nordtores seinen endgültigen Platz erhält.

Katharina Laaß, Rund ums Castell Nr. 23

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