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CJD Bonn

CJD Bonn

Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands hat … im Herbst 1993 das Haus von der Stadt Bonn übernommen. Ursprünglich geplant als eine internationale Stätte der Begegnung von Jugendlichen, die sich für Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland interessieren, hat das CJD Bonn (so heißt das Haus heute) sein Spektrum erheblich erweitert.

Politische Bildung … ist immer noch ein Thema - wichtige andere Aufgaben sind dazugekommen. Nicht zuletzt die ökonomischen Zwänge haben die Öffnung des Tagungshauses auch für Erwachsene erforderlich gemacht: die Pacht für die Stadt Bonn will erwirtschaftet werden, öffentliche Zuschüsse gibt es nicht!

Schauen wir uns doch einfach mal ein bisschen um. Direkt in der Halle, schräg neben der Rezeption, hängt eine Tafel mit den verschiedenen Veranstaltungen des Tages. Eine freundliche Mitarbeiterin erklärt uns, was „gerade so läuft“.

Die Treppe runter im großen Saal (ca. 200 Plätze) mit Dolmetscheranlage ist ein internationaler Kongress für Lehrer aus europäischen Ländern, die sich an Austauschprogrammen beteiligen. Die ca. 100 Teilnehmer schlafen im Haus, das in 96 Zimmern über 132 Betten verfügt.

Ein Seminar zum Konfliktmanagement findet mit fast 20 Teilnehmern im Seminarraum 2 statt und wird vom CJD Bonn selbst angeboten In den Seminarräumen 5 und 6 tagt ein Fachausschuss der Jugendsozialarbeit, im SR 9 - das ist der Computerraum - ist ein Angebot für ältere Menschen, die sich mit Grundlagen von Computer und Internet beschäftigen. Die Schulklasse, die sich in zwei weiteren Räumen mit politischer Bildung befasst. ist lebhaft, aber gehört genauso zum breiten Spektrum der Bildungsarbeit im CJD. Das Haus hat nicht nur „Kurzzeitpädagogik“ zu bieten, sondern arbeitet auch in der Berufsausbildung für junge Menschen mit besonderem Förderungsbedarf. Ich erfahre, dass hier seit 1998 junge Leute - oft ohne Schulabschluss - in der Küche zu Köchen oder Beiköchen ausgebildet werden.

Jetzt ist mir klar, warum die Tagungsteilnehmer das Essen hier so loben (ein schmucker, heller Speisesaal mit Blick in den Park trägt zuar angenehmen Atmosphäre bei) und viele Gruppen seit Jahren immer wiederkommen. Drei Küchenmeister sorgen dafür, dass es den Gästen schmeckt und die jungen Leute eine qualifizierte Ausbildung mit Kammerabschluss machen. Und alles wird frisch zubereitet! Dass muss sich rumgesprochen haben, denn ich kriege mit, dass von hier auch ein Gymnasium in Königswinter mit Essen versorgt wird, und höre, dass man auch sein Geburtstagsbuffet hier bestellen könnte.

Was fehlt noch in der Beschreibung? Natürlich das Projekt mit kostenlosen Beratungsangeboten für Azubis mit Problemen in der Ausbildung, aber auch mit Angeboten für Betriebe, die ihre Ausbildung optimieren wollen oder vielleicht gerade erst anfangen auszubilden. Der „Handlungsleitfaden“ des CJD ist eine überaus praktische Anleitung zu Fragen der Aubildung.

Unser Blättchen, Nr. 9/2004 (GA)

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