Orte in Bonn-Castell

Römisches Legionslager

Legionslager

Die heutige Straßenführung läßt die Ausdehnung des fast quadratisch angelegten 528 x 524 m großen viertorigen, innen 27 ha umfassenden Lagers (Rosental, Graurheindorfer Straße, Augustusring, Leinpfad am Rhein) und den Verlauf seiner Hauptstraßen, der der Limesstraße folgenden via principalis (der heutigen Römerstraße in Nordsüdrichtung), und der sie in der Lagermitte am Forum kreuzenden via praetoria oder via decumana (Nord- bzw. Badener Staße in Ostwestrichtung) erkennen. Das Lager beherbergte eine Legion von 6000 Mann in zehn Kohorten und zwei Hilfstruppen von jeweils 500 Mann (…).

Das Bonner Legionslager war zunächst von einer Holz-Erde-Mauer umgeben, für die allein nach den Berechnungen Michael Gechters 10.000 Eichen ihr grünes Leben lassen mußten. Die Gebäude im Innern waren meist Fachwerkbauten, nur das Verwaltungsgebäude (principia) und das Kommandantenhaus (praetoria) vielleicht aus Stein. Am Rheinufer entstand eine römische Hafenanlage. Voller Stolz darf Bonn behaupten, daß sein Lager nicht nur das größte allein für eine Legion gebaute des Römischen Reichs war, sondern dank der fast 200jährigen archäologischen Grabungen auch das mit am besten erforschte.

Manfred van Rey: Bonner Stadtgeschichte kurzgefasst. Bonn 2001, S.14ff.

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