Geschichte Bonn-Castells

Zeittafel

Uhr

Bonns ältesten Stadtteil gibt es gewissermaßen erst seit dem 10.02.2003. Denn an diesem Tag beschloss der Hauptausschuss auf Antrag des Ortsausschusses die Umbenennung von „Bonn-Nord“, wie der Stadtteil mehr als 30 Jahre lang seit der kommunalen Neuordnung geheißen hatte.

13 bis 9 v. Chr.
Drusus sichert im Auftrag seines Stiefvaters, Kaiser Augustus, die Rheingrenze durch mehr als 50 Kastelle ab. Eines liegt in der Nähe eines kleinen Fähr- und Fischerdorfes am Belderberg.
43 n. Chr.
Eine der beiden Legionen (1. Legion Germanica), die zur Sicherung der Rheingrenze in Köln stationiert sind, zieht in ein neues Lager bei Bonn. Dieses erste Lager, die castra Bonnensia, wird als Holz- und Erdlager erbaut und befindet sich zwischen Schänzchen, Rosental, Graurheindorfer Straße, Augustusring und dem Steilufer des Rheins. Den Mittelpunkt des Lagers bildet die Kreuzung von Nord- und Römerstraße (via principalis und via praetoria), die zu den vier Lagertoren führen.
69 n. Chr.
Nach der Zerstörung durch die Bataver erfolgt der Wiederaufbau als festes Standlager mit Wall und Graben, allerdings nicht mehr in Fachwerk-, sondern in massiver Steinbauweise.
bis Ende des 3. Jh. n. Chr.
Die Region um das Bonner Lager herum nimmt durch die Romanisierung einen rasanten Aufschwung. In der Lagervorstadt im Bereich zwischen Rosental und Bertha-von-Suttner-Platz lassen sich Wirte, Kaufleute und Handwerker nieder. Später wird das Gebiet bis in die Rheinaue ausgedehnt. Es entstehen Schmieden, Töpfereien, Ziegeleien und Schlachtbetriebe. Mehr als 100 Gutshöfe werden seit Ende des 1. Jahrhunderts um das Lager herum erbaut - vom Vorgebirge, über Buschdorf und Auerberg bis nach Friesdorf.
4. Jh. nach Chr.
Unter Kaiser Theodosius wird das Christentum zur Staatsreligion erhoben. Auf den Überresten des ältesten christlichen Baus in Bonn entsteht später die Dietkirche.
359
Nach derZerstörung durch die Franken wird das römische Legionslager neu aufgebaut.
410
Im Bonner Lager leben 410 noch etwa 1.000 römische und germanische Limessoldaten mit ihren Familien. Franken erobern das Lager erneut. Es heißt von nun an „Bunna“ oder „Bonn-Burg“.
753
Bonn ist mittlerweile eine befestigte Siedlung, in der fränkische Münzen geprägt werden. König Pippin kehrt nach einem Feldzug gegen die Sachsen in Bonn-Burg ein.
921
Bonn-Burg ist befestigte Grenzanlage des Ostfränkischen Reiches. Auf einem Schiff im ehemaligen Römerhafen unterzeichen Heinrich I. (der Vogeler) und der westfränkische König Karl einen Freundschaftsvertrag. Mittelpunkt der fränkischen Bonn-Burg ist die Dietkirche, älteste Bonner Kirche und zugleich Taufkirche. Das Taufbecken der Dietkirche befindet sich heute in der Stiftskirche, ihrer Nachfolgerkirche.
942
Unter Kaiser Otto I. gehört Bonn zum Herzogtum Lothringen und darin zum Bonngau. 22 Bischöfe halten in Bonn eine Synode ab.
um 1000
Der Name „Bonn“ geht vom ehemaligen Römerlager auf die Siedlung um das St. Cassius-Stift, die heutige Münsterkirche, über.
1244
Die letzten Mauern des Legionslagers werden für eine Stadtmauer abgetragen, die im Auftrag des Erzbischofs von Köln errichtet werden muss.
1583/84
Auf einem Turm der Stadtmauer in Höhe der Theaterstraße lagern im Truchsessischen Krieg feindliche Truppen. Um ihren Nachschub zu unterbinden, wird im November 1583 am südöstlichen Eckpunkt des ehemaligen Römerlagers eine Schanze ausgehoben. Sie wird im Volksmund zum „Schänzchen“, seit dem 19. Jahrhundert eine nicht nur bei Studenten beliebte Gaststätte an der Rheinpromenade.
1902
Der größte Teil Bonn-Nords ist landwirtschaftlich genutztes Gebiet. In diesem Jahr schließen die Stadt Bonn und das Militär einen Vertrag über den Bau neuer Kasernen entlang der Rheindorfer Straße und der Husarenstraße.
1905
Der Betriebsbahnhof der elektrischen Straßenbahnen, typisches Beispiel eines Industriebaues im Jugendstil, wird fertiggestellt.
1949
Das Bundesministerium der Finanzen und das Bundesministerium des Inneren beziehen die Husaren- und die Artilleriekaserne an der Graurheindorfer Straße.
1967
Die Nordbrücke wird unter dem Namen „Friedrich-Ebert-Brücke“ eingeweiht. Sie bildet die nördliche Grenze zum dem Nachbarstadtteil Grau-Rheindorf.

Stein, Ruthild: Rückblick in die Geschichte von Bonn-Nord. In: Bonn-Nord - Die Wiege Bonns, Bonn 1997, S. 13-44.
Heimberg, Ursula: Der Bonner-Raum in römischer Zeit. In: Bonn it 1224, Frankfurt/M. 1990, S. 25-30.

Artikel kommentieren