Auf dem Eurovelo 8 durch Italien und Frankreich

Eine Radtour in Corona-Zeiten

In Avignon angekommen
In Avignon angekommen

Der ursprüngliche Plan für uns Neurentner lautete, durch England und Irland zu radeln. Die Flüge waren bereits frühzeitig gebucht, die Radstrecke stand weitgehend fest, und dann kam die Pandemie.

Wir planten neu und entschieden uns für die Route Barcelona - Klagenfurt. Der Flieger sollte von Köln aus starten, das Hotel in Barcelona stand fest, die Tracks waren auf dem Garmin Edge gespeichert, eigentlich konnte alles beginnen. Drei Tage vor dem Abflug lasen wir in der FAZ, dass die Fallzahlen in Katalonien im Steigen begriffen seien und das benachbarte Frankreich, wohin uns die Tour fünf Tage später führen würde, die Situation mit Argusaugen beobachte. Das Risiko, wegen Corona nicht aus Spanien ausreisen und nicht nach Frankreich einreisen zu dürfen, erschien uns zu hoch.

Also stornierten wir das Hotel und entschieden uns dafür, die Reise in der Hoffnung umzukehren, dass bei unserer Ankunft in Barcelona, der Corona-Spuk vorbei wäre. Wie sollten wir nun nach Klagenfurt kommen? Ein Flug war nicht zu organisieren, die Bahn bot Möglichkeiten mit drei- bis viermaligem Umsteigen an, der Radtransport konnte aber nicht mit Gewissheit zugesagt werden. Ein Mietwagen war uns zu teuer.

Was blieb? Wir entschlossen uns, mit dem eigenen Wagen nach Klagenfurt zu fahren, ihn dort auf dem Messeparkplatz stehen zu lassen und den Flug erneut umzubuchen – nicht Köln, sondern Wien sollte das Flugziel sein. Das Umbuchen kostete einen stattlichen Aufpreis, der nicht weit vom ursprünglichen Flugpreis entfernt lag.

Vor der Villa Pisani
Vor der Villa Pisani

Von Wien aus würden wir nach der Rückkehr nach Klagenfurt radeln und von dort aus nach Bonn zurückfahren. Das Projekt „Urlaub leicht gemacht“ konnte beginnen. Da fehlt doch etwas? Natürlich, die Etappen mussten ja noch umgekehrt werden. Großartig!

Wir verstauten alles im Auto und mussten kurz vor der Auffahrt nur zweimal wenden, um Vergessenes einzuladen. In Traunstein übernachteten wir und erreichten am nächsten Tag Klagenfurt.

Nun begann die Suche nach einem Stellplatz, denn der Messeparkplatz würde von Anfang September an gesperrt sein. Zu diesem Zeitpunkt wären wir noch auf dem Rad unterwegs. Nach einigen Stunden fanden wir einen Stellplatz, für den die Beschilderung keine Einschränkungen auswies. Nachdem die aufmerksame Bedienung in einer Eisdiele uns davor bewahrt hatte, zwei neue Radjacken zu kaufen, weil sie den Rucksack mit den Jacken, den wir dort vergessen hatten, glücklicherweise für uns gesichert hatte, konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Also andiamo!