Danzig - Krakau: 1.500 km durch Polen

Allenstein - Bartenstein

Etappe 6: 74,42 km

Deine Spuren im Sand
Deine Spuren im Sand

Der Frühstückssaal des Warminski war gewaltig groß, das Buffet auch, und der Kaffee aus dem Vollautomaten schmeckte. Draußen war es bewölkt, einige Regentropfen waren gefallen. Wir fuhren aus der Garage, in der die Räder aufbewahrt worden waren, hinaus und nahmen die Etappe nach Bartenstein (Bartoszyce) in Angriff, die uns zunächst, nach dem Kauf von Pizza und Wasser, 20 km auf guten Straßenbelägen vorwiegend durch dicht bewaldetes Terrain, vorbei am Wadąg-See, führte. Dann war es erst einmal genug mit erfreulichen Belägen. Betonplatten, Schotter, Sechseckpflaster, Sand, unbehauene Natursteine - über alles mussten wir hinweg. Nur gut, dass es nicht regnete. A propos: Auch Wasser stellte sich in den Weg - wir überschritten es nicht, sondern radelten hindurch, es war nur einen halben Meter tief.

An einer Stelle hatte man begonnen, die vorher planierte Straße zu asphaltieren. Wir konnten uns mit Einverständnis der Straßenarbeiter vor die Walze schlängeln, das warme Bitumen sorgsam meidend, und einige Kilometer auf flachem Naturbelag fahren. Anschließend ging es einige Kilometer schnurgerade auf einem ordentlichen Feldweg weiter, bevor zur Abwechslung mal wieder 5 km Löcherbelag kamen.

Heilsberger Tor
Heilsberger Tor

An einer Orlen-Tankstelle in Heilsberg (Lidzbark Warmiński), rund 10 km nördlich des Blankensees (Blanki), überfiel uns der Hunger. Wir aßen die Pizza, tranken Cappy und Kaffee, deckten uns mit Haribo ein und setzten die Fahrt fort. Auf einer Sandpiste, die nun eine der anderen folgte, stürzte Ute, holte sich ein blutiges Knie - ausgerechnet das operierte -, konnte aber weiterradeln.

Weite und bunte Wiesen hatten die Felderwirtschaft abgelöst, als wir uns Bartoszyce näherten. Einsam war es, aber wie aus dem Nichts sah man allenthalben neue Häuser im Entstehen begriffen. Die alten Backsteinhäuser Masurens werden allmählich durch einen neuen Fertighausstil abgelöst.
Gegen 15.30 Uhr kamen wir am Hotel an, nur 20 m neben einem verführerischen Softeisstand, an dem wir abends nicht ein zweites Mal ohne Kauf vorüber gingen.

In einer Apteka kauften wir vorsichtshalber Pflaster. Ein besorgter Kunde bot an, Ute ins nächste Krankenhaus zu fahren, so schlimm sah das Knie aus. Am frühen Abend aßen wir in einem kleinen Lokal in einer Seitengasse Salat und Huhn. Die Speisen sind in Polen nahezu unglaublich günstig.

Außer dem Heilsberger Tor hat das Städtchen im ehemaligen Ostpreußen, das nur gut 50 km südlich der russischen Exklave Königsberg (Kaliningrad) liegt, nichts an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Warum wir dort übernachteten? Nun, es gab ein Hotel, und unsere Etappen waren darauf angelegt, in Städten zu übernachten, in denen es Betten für Touristen angeboten wurden, die wir online buchen konnten.

Übernachtung

  • Hotel Bartis
    34,00 EUR mit Frühstück

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