Danzig - Krakau: 1.500 km durch Polen

Angerburg - Ruciane-Nida

Etappe 9: 105,14 km

In Lötzen
In Lötzen

Wir frühstückten Knackis und Brot, Radieschen und Haribos auf dem Zimmer und machten uns ohne Abschied auf den nassen Weg, sprich vom Acker. Bei Nieselregen kauften wir in Angerburg zunächst einige Vorräte und fuhren auf der DK 63, später DK 59 von Nordost nach Südwest durch die Seenplatte.

In Lötzen (Giżycko) frühstückten wir in einer Orlen-Tankstelle Cappy, Sandwiches und viel Kaffee. Das tat uns gut. Danach fuhr es sich deutlich besser, sogar der Regen hatte aufgehört und die Sonne schien. Die Stadt am Lötzener See (Giżycko) gefiel uns, warum hatten wir nicht dort zu buchen versucht? Wir mussten den Lötzener Kanal überqueren, der den Kissainsee (Kisajno) und den Lötzener See verbindet. Die Brücke war hochgezogen, Autos und Fußgänger warteten geduldig. Wir radelten 100m weiter und schoben die Räder über eine höher gebaute Fußgängerbrücke, in die Schienen für Reifen eingelassen waren. Anschließend ging es parallel zur Bahntrasse am großen See entlang.

Wir fuhren durch die kleine Stadt Rhein (Ryn) am Talter Gewässer (Jezioro Tałty), in der die Ordensburg zu einem Hotel umfunktioniert worden war und viele Touristen spazierten. Einige Zeit später legten wir in Nikolaiken (Mikołajki), an einem Arm des Spirdingsees (Śniardwy), des größten der masurischen Seen, gelegen, eine längere Pause ein, setzten uns ans Wasser und verspeisten ein Softeis In Wikipedia liest man über den Ort:

Bereits vor dem Krieg war Nikolaiken ein Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr. Heute ist der Ort eines der größten touristischen Zentren – insbesondere für den Wassersport – in Masuren. Im Winter ist das Eissegeln eine besondere Attraktion.

In diesem landschaftlich sehr schönen Teil Polens war es in den Orten so rummelig wie an der Ostseeküste. Die Seen sind aber auch ein Augenschmaus.

Wir überprüften noch einmal die Route, vermieden Waldstücke und kurvten über akzeptable Straßen in sehenswerter Landschaft, Sümpfe, Wälder. Teiche, auf der DW 610 nach Ukta, überquerten die Kruttinna und radelten nach Ruciane-NIda am Niedersee (Jezioro Nidzkie), wo wir fasziniert von einer mit Geschäften und Kleinstgeschäften vollgepropften Hauptstraße die Abfahrt zum Hotel verpassten und überflüssige 12 km Richtung Pisz (Johannisburg) fuhren, die aber nicht allzu anstrengend waren, obwohl wir schon an die 100 Kilometer herangekommen waren. Also alles wieder auf Start und nach weiteren 4 km durch die Wälder der Johannisburger Heide, dem größten Waldgebiet Polens, waren wir am Ziel.

An der Rezeption des Hotels, das ebenso wie der Ort vom Tourismus und Wassersport lebt, hegte man die Vorstellung, die wackligen Mietradständer vor dem Eingang wären ein guter Stellplatz. Schließlich konnten wir unsere Räder in einen bewachten Bootsschuppen stellen, in dem auch die Räder des Hotelpersonals aufbewahrt wurden. Warum nicht gleich so?

Auf dem großen Gelände fanden wir eine Tawerna direkt am See, in der wir an einem Außentisch Griechischen Salat (Sałatka grecka), auf wohl jeder polnischen Speisekarte vorhanden, und Burger aßen,  Chardonnay tranken und den Sonnenuntergang am See auf uns wirken ließen.

Am folgenden Ruhetag faulenzten wir. Es regnete immer wieder, und wir radelten, nachdem wir das opulente Frühstücksbuffet im riesigen Speisesaal abgearbeitet hatten, lediglich zur Hauptstraße, um in einer der ungezählten Buden, die meist Nippes feilboten, Lebensmittel einzukaufen, Softeis (Lody) zu genießen - das deutsche Softeis kann man getrost in die Tonne kloppen - und zu wetten, ob man die Zahl der Leute, die an der Schleuse (Śluza Guzianka) standen, korrekt vorhergesagt hatte:

Der Kleine Guschiener See (Guzianka Mała) und der Beldahn-See (Bełdany) haben einen Wasserhöhenunterschied von zwei bis drei Metern und sind durch eine Schleuse verbunden. (Wikipedia)

Spätnachmittags aßen wir erneut in der Tawerna, diesmal als einzige Gäste im Lokal. Es regnete, es war frisch. Das Personal war froh, als wir den Laden verließen, denn so konnte mangels anderer Gäste geschlossen werden. Ambitionen, mehr Gäste zu gewinnen, gab es offenkundig nicht. Nach dem Entenfüttern gingen wir zurück ins Zimmer und studierten die morgige Route, die uns aus Ermland-Masuren in den Bezirk Podlachien führen würde.

Übernachtung

  • Mazurski Raj - Hotel, Marina & Spa
    159,00 EUR mit Frühstück (2 Übernachtungen)

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