Danzig - Krakau: 1.500 km durch Polen

Busko-Zdroj - Krakau

Etappe 22: 86,56 km

Orlen - manchmal Retter in der Not
Orlen - manchmal Retter in der Not

Weit vor Krakau sahen wir schon die Schornsteine qualmen, rund 10 km vor dem Ziel wurde die Straße urplötzlich katastrophal. Löcher, Risse, Spalten - es war kein Vergnügen und erinnerte an die Einfahrten nach Sofia und Zagreb.

Ein Ortseingangsschild gab es nicht, so dass wir unsere traditionellen Erinnerungsfotos anderswo machen mussten. Die ersten Einsichten: Hochhaussiedlungen und Neubauprojekte, wohin man auch blickte. Rund 5 km vor dem Ziel gab es auf einmal gute Radwege, oft auch entgegen Einbahnstraßen. Die Straßen um den Westerplatte-Platz am Bahnhof wurden gerade generalüberholt, so dass wir einige Schwierigkeiten hatten, das Hotel zu finden.

Nach dem Check-in und dem üblichen Procedere fuhren wir zum Bahnhof, um Plätze für die Räder nach Warschau zu buchen. Die Schlange war lang, aber schließlich hatten wir für rund 4,60 Euro pro Rad das gewünschte Ticket, und die Dame hinter dem Schalter freute sich mit uns, dass es funktioniert hatte.

Abends aßen wir in einem Restaurant um die Ecke Huhn und Ente und hatten uns für morgen die Altstadt vorgenommen.

Hauptbahnhof
Hauptbahnhof

Tag 2 in Krakau

Mit dem Aufstehen und Frühstück konnten wir uns Zeit lassen. Der große Frühstücksraum war kurz nach 9 Uhr nicht mehr so voll, und es gab sogar Brötchen.

Der erste Weg führte erneut zum Bahnhof. Uns war eingefallen, dass wir noch Sitzplatzreservierungen brauchen könnten. So stellten wir uns ein zweites Mal in die Schlange und buchten zwei Sitze für den IC nach Warschau. Später bemerkten wir, dass die Dame am Schalter das gestern schon veranlasst hatte, so dass wir nun über vier reservierte Plätze verfügten. Das Garn ließe sich nun weiterspinnen.

Anschließend fuhren wir mit dem Lift auf den Bahnsteig 5, von dem aus der Zug morgen nach Warschau abfahren würde. Sobald auch dies erledigt war, widmeten wir uns dem touristischen Programm und radelten zur Altstadt. Es war nicht zu heiß,  nicht zu kalt, und wir betraten die Altstadt, die von einem schönen Park umgeben wird, durch das uralte Florianstor gegenüber der Barbakane, dem größten gotischen Wehrturm Europas. Eine breite Gasse empfing uns, in der es jetzt bereits von unsereinem, also Touristen aus aller Herren Länder, wimmelte.

Die Gasse führte zum Rynek Główny, dem größten Marktplatz des Mittelalters. Uns lachte die Stadt förmlich an.

Auf dem quadratförmig angelegten Hauptmarkt mit Rathausturm, Palästen und Kirchen sind in der Mitte Tuchhallen zu sehen, in deren Gewölbe nach polnischen Städten benannte Nischen angeordnet sind, in denen Souvenirs, vor allem  Bernstein, angeboten wird. Pferdedroschken warten oder zockeln auf dem Platz, die riesige Marienkathedrale - wir genossen es.

Dutzende von Lokalen gibt es auf dem Hauptmarkt. Wir tranken bei Segafredo Cappuccino, bevor wir die Altstadt weiter erkundeten. Im schattigen Park aßen wir später ein Schälchen Himbeeren und kehrten zu einer kurzen Pause ins Hotel zurück.

Gegen drei Uhr brachen wir ein zweites Mal auf und fuhren zur Weichsel hinab, zum Wawel, einer Burganlage, in der ehemals die polnischen Könige residierten. Von da aus ging es wieder in die zentrale Altstadt, diesmal durch andere schöne Gassen.

Es war schier übervoll - Autos waren übrigens ausgeschlossen, aber man kam mit dem Rad voran. Niemand stellte sich in den Weg. Es galt das Prinzip Rücksicht. In einem polnisch-italienischen Lokal namens Restauracja Tradycyja tranken wir Rosé, zu dem wir uns Lód (Eis) bestellten, das wir inzwischen von Lody (Speiseeis) zu unterscheiden wussten, und aßen zuerst Hering auf Rote-Beete-Mus mit Apfelstücken, anschließend Hühnerbrust mit Mozzarella überbacken. Das vielleicht beste Geschmackserlebnis bisher? Zum ersten Mal erkundigte man sich, ob es schmecke!

Der Weg führte uns am frühen Abend schließlich auf der Hotelterrasse noch einen Chardonnay tranken.

Die Zeit der Störche ist vorbei - unsere Radtour war zu Ende.

Übernachtung

  • Hotel Wyspiański
    147,00 EUR ohne Frühstück (2 Übernachtungen)

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