Danzig - Krakau: 1.500 km durch Polen

Danzig - Elbing

Etappe 2: 65,31 km

In Danzig
In Danzig

Die Sonne schien ins Fenster, es gab ein gutes Buffet, die Räder standen unversehrt in dem Büro, das man uns als Stellplatz überlassen hatte - wir konnten loslegen. Schon zu dieser recht frühen Stunde, gegen 9 Uhr, spazierten einige hundert Touristen schwarmartig durch die restaurierte Altstadt. Woran, außer dass sie oft lustige Hütchen tragen und Schirmen hinterhermarschieren, erkennt man Touristen? In Polen zum Beispiel daran, dass sie Rädern auf gar keinen Fall ausweichen. Die Einheimischen sind überaus verständnisvoll: Räder auf dem Bürgersteig sieht man nicht nur häufig, sondern die Passanten lassen sie auch dort fahren. Andersherum sind Passanten auf dem Radweg durchaus geduldet.

Bis wir den Track gefunden hatten, vergingen einige Minuten, weil wir eine Untertunnelung übersehen hatten, die der Garmin uns vorschlug. Wir folgten einem gut ausgebauten Radweg und passierten Kiefernwälder und Ferienorten Richtung Elbląg.

Nach rund 20 km wurden die Wälder von Kornfeldern und Wiesen abgelöst. Die Streckenführung war nicht kompliziert. Es herrschte viel Verkehr auf der DW 501, die durch die Woiwodschaftwn Pommern und Ermland-Masuren führt, aber die Fahrer verhielten sich außerordentlich rücksichtsvoll. Gelegentlich leitete uns der Track auf bucklige Feldwege, die nicht immer leicht passierbar waren, oder auch auf kaum meterlange Betonplatten, die uns durchschüttelten. Wir fuhren über, eine kilometerlange Baustelle ohne festen Belag und waren froh, dass es nicht tagelang geregnet hatte.

Nikolaikirche in Elbing
Nikolaikirche in Elbing

In Bohnsack (Sobieszewo) überquerten wir eine schwimmende Brücke über einen die Śmiała Wisła, einen Weichselarm. Etwas später erlebten wir eine kurze schöne Fährfahrt über die Weichsel nach Nickelswalde (Mikoszewo) . Es gab in dieser Gegend, unweit des Frischen Haffs, eine große Anzahl von Urlaubern, die oft an den vielen Bushaltestellen auf eine Verbindung warteten. In nahezu allen Dörfern waren bewohnte Storchennester zu sehen. Die Wege waren von Korn und Schilf umsäumt. Ein Sturz auf sandigem Weg, als der Fahrwinkel zur Gehwegkante zu spitz geworden war, verlief glimpflich.

Nach etwa 65 km erreichten wir die Unterkunft im preußischen Elbing, radelten noch in der Altstadt herum, die wohl nach dem Danziger Vorbild restauriert worden war, aßen ein erstes leckeres Riesen-Softeis und beendeten den Tag bei Pizza und Eisbein, Wein und Bier (natürlich nicht alles zusammen!) im Restaurant des Gasthauses.

Ab 1990 wurde die Altstadt unter Verwendung historistischer Bauformen wie spitze Giebel zur Straße sowie von Fachwerkimitationen wieder aufgebaut. Nach dem Jahr 2000 stehen wieder viele Gebäude nahe, aber nicht direkt an der Elbląger „Waterkant“. (Wikipedia)

Übernachtung

  • Pensjonat M.F.
    80,00 EUR mit Frühstück

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