Danzig - Krakau: 1.500 km durch Polen

Krakau - Warschau

Kulturpalast
Kulturpalast

Um 7 Uhr gingen wir zum Buffet und erwarteten einen leeren Saal. Pustekuchen, knackevoll war es, aber wir ergatterten noch einen Zweiertisch. Nach dem Frühstück brachen wir zum Bahnhof auf und erwarteten den Zug, der um 9.06 Uhr abfahren sollte. Leider war nahezu jeder Zug an diesem Morgen verspätet, unserer hatte zunächst 10, dann 20, 30, schließlich 40 Minuten Verspätung und sollte wahlweise auf Gleis 11 oder 12 eintreffen. Lustig, wie sich die Reisenden mal nach links, mal nach rechts bewegten. Als der ICE einrollte, standen wir vor dem Radwaggon, der mit einer Hängevorrichtung ausgestattet war. Es war wieder etwas stressig, aber schließlich hatten wir alles untergebracht.

Nach rund vier Stunden und viele, viele Kornfelder später erreichten wir den Zentralbahnhof in Warschau und fuhren vom unterirdischen Bahnsteig mit einem geräumigen Lift in zwei Etappen ins Erdgeschoss. Der erste Blick aus dem Bahnhof fiel auf den monumentalen Kulturpalast (Pałac Kultury) in sozialistischem Stil, das höchste Gebäude in Polen und Wahrzeichen Warschaus. Der Wolkenkratzer war ein Geschenk Stalins (Timeo danaos et dona ferentes).

Das Hotel, das Zimmer 31 bietet eine wunderbare Aussicht, war nur 3 km entfernt, und mit dem Smartphone in der Hand radelten wir überwiegend auf Fahrradwegen dorthin. Wir wunderten uns über die recht geringe Zahl von Autos mitten im Zentrum.

Nach dem Check-in radelten wir noch eine größere Runde durch die nach dem Weltkrieg wiederaufgebaute Altstadt, ebenfalls Weltkulturerbe und ohne Autoverkehr, und aßen im angeschlossenen Restaurant des Hotels zu Abend. Es gab offenen Wein, einen eloquenten Kellner und einige Unterhaltungsangebote auf dem Platz. Eine dreiköpfige Hare-Krishna-Fraktion knabberte indes am Nervenkostüm durch eine mikrofonisch verstärkte Berieselung mit ihrem Mantra.

Tag 2 in Warschau

Am nächsten Morgen erlebten wir zunächst ein Gewitter. Das Frühstücksmenü war schlecht. Nach dem Nicht-Frühstück tranken wir im Green Café zwei Häuser weiter, die Sonne schien inzwischen, „richtigen" Kaffee und radelten daraufhin kreuz und quer, an der Markthalle und anderen Gebäuden vorbei, durch Warschau zum Bahnhof. Der Verkehr war fast beschaulich zu nennen. Vor allem die Altstadt profitiert natürlich von der Untertunnelung, die den Autoverkehr ableitet.

Nach einer Stippvisite im Tourist Center im Kulturpalast stellten wir uns wieder einmal in eine Schlange, um herauszufinden, von welchem Bahnsteig der ICE morgen fahren würde. Nach einiger Zeit teilten wir uns auf zwei Informationsschalter auf und erhielten schließlich die Auskunft, dass er von Bahnsteig 3 starten werde.

Mit dem Stadtplan in der Tasche kehrten wir zurück in die Altstadt, wo man schon in aller Frühe begonnen hatte, Absperrgitter aufzustellen. Die Polizeipräsenz war hoch.

Wir erkundeten gleichsam jeden Winkel der sehenswerten Altstadt, fuhren an den Steinernen Bären vor der Jesuitenkirche vorüber bis zum Marie-Curie-Denkmal, von wo aus man über den nahen Weichselpark blicken konnte. Zur Mittagspause aßen  wir im Green Café Johannisbeer- und Himbeerkuchen. Sehr lecker.

Gegen 5 Uhr sicherten wir uns einen Außentisch am Hotel und aßen  Chlodnik und Salat mit gegrilltem Thunfisch. Viele Menschen waren unterwegs, Zuschauer und Teilnehmer an zwei Demonstrationen für und wider die polnische Politik gegenüber der Justiz. Noch am späten Abend wurden die Gitter entfernt, und, der Alltag kehrte in die Altstadt ein.

Morgen geht es nach Berlin. Felix wartet bestimmt schon!

Übernachtung

  • Pokoje Gościnne Dom Literatury
    189,00 EUR ohne Frühstück (2 Übernachtungen)

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