Danzig - Krakau: 1.500 km durch Polen

Martiany - Angerburg

Etappe 8: 51,91 km

Martiany 21
Martiany 21

Nach einer ruhigen Nacht in den Birkenwäldern frühstückten wir reichlich, zahlten und machten uns auf den Weg nach Angerburg (Węgorzewo) am Mauersee (Mamry), Teil der Masurischen Seenplatte. Der Begriff Platte sollte nicht dazu verführen, sich die Gegend eben vorzustellen. Sie war auch hier vor allem hügelig.

Es war Sonntag, nicht viel Verkehr auf den Straßen, und die Räder rollten gut. Im Tesco in Rastenburg kauften wir einige Vorräte, unter anderem die leckeren platten Pfirsiche, und fuhren anschließend die 591, ab Alt Rosenthal (Stara Różanka) mit seiner restaurierten Holländerwindmühle von 1817 die 650 mit gutem Belag. Felder links und rechts der Straße,  sonst gab es nicht viel zu sehen, wenn es nicht diese beeindruckende Anzahl von Storchennestern gegeben hätte, in der viele Jungstörche - heißt es Störche und Störchinnen? - auf Futter warteten, während der eine oder andere Altstorch bedächtig stolzierend auch Straßen zu überwinden geruhte.

Ortsschild
Ortsschild

Die letzten 20 km vor Angerburg radelten wir auf einem prima zu fahrenden Radweg. In den Städten gibt es fast immer einen guten Radweg, vor den Kreisverkehren ist die Wegführung vorbildlich und sehr sicher für Radler, die direkt über Zebrastreifen fahren können, so dass die deutsche Vorschrift - keine Radler auf Zebrastreifen - vergleichsweise anachronistisch wirkt.

Die Route beinhaltete zum Ende hin einige deutliche Anstiege, so dass wir gelegentlich im wahren Sinne des Wortes verschnaufen mussten. In Angerburg, von hier aus waren es lediglich 20 km zur russischen Grenze, herrschte viel Betrieb. Der See übt magnetische Wirkung aus, er ist immerhin der zweitgrößte der Masurischen Seenplatte, viele Hotels waren ausgebucht gewesen, so dass wir ein Zimmer auf einem Agroturystyka-Hof gebucht hatten. Bevor wir dorthin fuhren, aßen wir noch Frytki am Marktplatz und radelten anschließend die rund 4 km zum Hof.

Dort wurden wir so missmutig begrüßt,  dass uns der Begriff „Aggro”-Tourismus in den Sinn kam. Naheliegend wäre ein vorzeitiger Abschied gewesen, aber andere Übernachtungsoptionen gab es nicht, und das Wetter verschlechterte sich zusehends. Eine halbe Stunde später klopfte es, der Vermieter wollte den Zimmerpreis gleich in Cash haben. Nach Handtüchern und Fön mussten wir fragen, das WiFi funktionierte nicht, die Betten waren eher kindgerecht, Erwachsene hatten ihre Schwierigkeiten. Die Räder sollten wir in einem Schuppen unterbringen, der nicht verschlossen war. Das ließen wir indessen und stellten sie später ins Zimmer.

Bei Nieselregen fuhren wir zu einer Tawerna in der Nähe und aßen.  Die Ente hatte sich mal wieder aus dem Staub gemacht, ansonsten war das Essen einfach, und wir wurden satt. Zurück im Zimmer beobachteten wir noch eine Weile mit Blick auf den See den strömenden Regen und schlossen den Tag ab.

Übernachtung

  • Gospodarstwo Agroturystyka Rancho Robertówka
    52,00 EUR ohne Frühstück
    niemals wieder

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