Danzig - Krakau: 1.500 km durch Polen

Vorbemerkungen

Wieso überhaupt Polen?

Schauen wir mal, wie es läuft, so sagte vielleicht einmal Paganini zum Bomber, der Blinde zum Lahmen. Robuster Sarkasmus, aber die eine mit Knie-, der andere mit Augenbeschwerden, und so wollten wir für den Fall der Fälle, der glücklicherweise nicht eintrat, in der Nähe zur Heimat bleiben. Die Fahrt durch das Baltikum musste demzufolge verschoben werden. Nach Masuren wollten wir schon vor Urzeiten, in Polen hatten wir in Ost und Süd einige weiße Flecken auf der Landkarte. Was lag somit näher, als nach Polen zu fahren.

Und wie war es nun?

Masuren ist schön. Die Seen, die Wiesen, die Weiten - sehr eindrucksvoll. Auf den Badetourismus im Sommer muss man sich gewöhnen. Da gibt es oft Rummel- imd Kirmesatmosphäre.
Und die vielen Störche! Wie oft radelten wir durch Dörfer, in denen nahezu jedes Dach ein Nest trug. Wenn all die Störche, die wir vor allem im Norden und Osten sahen, auf einmal in den Süden fliegen, wird der Himmel schwarz-weiß.
Die Altstädte in Krakau, Warschau, Zamość und Sandomierz sind einmalig. Schade allerdings, dass Informationen zu den Sehenswürdigkeiten oft ausschließlich in polnischer Sprache vorhanden sind. Wenigstens in der aktuellen lingua franca, dem Englischen, sollte es Infotafeln geben.

Wie sind die Radwege?

Gerade in den größeren Städten sind die Radwege mit wenigen Ausnahmen hervorragend, ja beispielhaft. Das gilt auch für die Radwegführung an Kreuzungen, Kreisverkehren und Zebrastreifen. Radler werden häufig auf rot markierte Wege geleitet. Man hat den Eindruck, dass in den Städten für Radlerschutz gesorgt ist. Die Stimmungslage, die bei Radlern und Fußgängern herrscht, erscheint entspannter als in Deutschland.
Im Vergleich zum Radwegekonzept, wie wir es in Warschau und Krakau kennengelernt haben, wirken Radwege wie in Bonn und Köln anachronistisch.

Neue Radwege entstehen entlang der Weichsel und in Ostpolen

Radwege außerhalb von größeren Ansiedlungen sind von sehr unterschiedlicher Qualität. Das Green-Velo-Programm hat gerade im Norden und Osten für komfortable Rastplätze und gute Beläge gesorgt, aber es gibt auch viele Strecken, auf denen der Fahrer durchgerüttelt und -geschüttelt wird.

Und die Autofahrer?

Achtsam und wertschätzend!

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