Danzig - Krakau: 1.500 km durch Polen

Ruciane-Nida - Grajewo

Etappe 10: 73,00 km

Pause im Trockenen
Pause im Trockenen

Die ganze Nacht hatte es geregnet, und es regnete immer noch, als wir gegen 8.30 Uhr zum Frühstück kamen. Am Einlass des Saals stand die junge Bedienung, die gestern in der Taverne nahezu panisch reagiert hatte, als wir sie auf Englisch ansprachen. Sie kannte unser Gesicht, erschrak also nicht mehr, als wir uns als Gäste aus Room No. 1 anmeldeten.

Kurz nach neun bugsierten wir unsere Räder aus dem Bootsschuppen, und es hatte zu regnen aufgehört. War das ein Zeichen? Wir radelten die DK 58 quer durch die Johannisburger Heide, und wurden durch ein Quietschen der kleinen Rolle am hinteren Ende der Rohloff-Schaltung erschreckt. Das Quietschen war nur an einem Rad zu hören. War es die Nässe, die das Geräusch verursachte? Wir wussten es nicht, werden bei Velo-City in Bonn aber nachfragen. Nach einiger Zeit verschwand das Geräusch wieder. Nun erreichten wir die Stadt Pisz, am Roschsee (Jezioro Roś) gelegen, der auch noch zur Masurischen Seenplatte zählt und in dem die Pissek (Pisa) entspringt, Namensgeberin des Ortes.

Kaum Platz am Straßenrand
Kaum Platz am Straßenrand

Die Assoziationen, die sich bei diesem Namen entwickelten, sorgten dafür, dass wir kaum überrascht waren, als es wieder zu regnen begann. Und zwar immer heftiger. Bis zum Ort Bialla (Biała Piska) waren unsere Windjacken durchnässt. An einer Bushaltestelle wechselten wir zu Capes. Ein Café. um sich aufzuwärmen und eine Kleinigkeit zu naschen, gab es erwartungsgemäß nicht. Im strömenden Regen radelten wir auf der DK 58 weiter durch eine Weidelandschaft und rasteten gelegentlich an überdachten Haltestellen, wo wir Pêches plates, Kekse und Wasabi-Nüsse aßen.  Die Autofahrer waren wie immer rücksichtsvoll, nur ein kleiner LKW schien zu testen, ob der Sog ausreichen würde, uns stürzen zu lassen.

In Szczuczyn, leicht zu merkende Schreibweise, wir befanden uns schon in Podlachien und es hatte zu regnen aufgehört, wechselten wir auf die DK 61. Diese Landesstraße verbindet Warschau mit Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens. So nahm es nicht wunder, dass der Verkehr deutlich zunahm. Vor allem Schwertransporte waren auf der schnurgeraden Strecke unterwegs. Es gab einige Kilometer lang keinen Seitenstreifen, und auf den schottrigen Feldstreifen konnten wir nicht ausweichen. Einige Male hielten wir an, um LKW passieren zu lassen, die übrigens nicht hupten und uns mit großem Abstand überholten.

Ausgangs Grajewo, das nun wohl vom Durchgangsverkehr lebt, hatten wir ein Quartier in einer Pension gebucht. Abends aßen wir im Restaurant eines Bowlingzentrums in der Spółdzielcza 1, in dem es wirklich riesige Portionen gab. Als wir zur Unterkunft radelten, zeigte sich die Sonne wieder. Vielleicht erinnert sich jemand an den elterlichen Spruch, es werde schönes Wetter geben, wenn aufgegessen werde. Wenn es danach gehen würde, müsste es morgen tropisch heiß werden.

Übernachtung

  • Usługi Hotelarskie Małgosia i Andrzej Danowski
    30,00 EUR ohne Frühstück

Zurück