Von Wien ins Donaudelta auf dem EV 6 (2012)

Kosloduj - Zagrazhden (Tag 18)

EV 6 - perfekt beschildert

31.07.2012: 107 km

Heute erlebten wir erneut eine anstrengende Etappe. Es war sehr heiß und wir hatten viele Steigungen zu bewältigen. In irgendeinem Reiseführer stand zu lesen, dass der Donauradweg in Bulgarien kaum Schwierigkeiten böte. Der Autor oder die Autorin waren dann aber definitiv nicht in „unserem Bulgarien“ unterwegs gewesen. Das ständige Auf und Ab mit den vielen 10%igen Anstiegen, auch in den kleinen Orten selbst, schlauchte uns gewaltig. Wir mussten viele Trinkpausen sowie Cola- und Eisbreaks einlegen. Darüber hinaus fuhren wir auf denkbar schlechten Straßen.

Bei alledem war die Landschaft sehr schön. Immer wieder begegneten wir Pferdefuhrwerken, deren Fahrer und Insassen uns freundlich zunickten oder zuwinkten. Wir hatten die Erfahrung gemacht, dass die Bulgaren, anders als die Serben, deutlich zurückhaltender waren. Sie wollten angesprochen werden und kamen nicht, wie wir es in Serbien mehrfach erlebt hatten, direkt auf einen zu. Zunächst musste die Distanz gewahrt werden. Ausdrücklich: es handelt sich um persönliche Einschätzungen!

Rund 10 km vor Zagrazhden waren in der Straße mehr Löcher als Belag. Wir fuhren im Schein der späten Nachmittagssonne in den Ort und suchten vergeblich das Motel, beobachtet von vielen Familien, die sich auf die Bänke vor den Häusern gesetzt hatten. Mehrfach fragten wir nach besagtem Motel, aber die freundlichen Einwohner wussten keinen Rat. Eine Dame wies uns schließlich auf einen Weg hin, an dessen Ende sich ein Motel befinden sollte.

Blick vom Motel aus

Diesem Weg folgten wir und tatsächlich: an einer Brücke stand das kleine Motel mitten am Donaustrand. Es war durch Netze, die von den Dächern über die Balkons gespannt waren, vor den vielen, vielen Schwalben geschützt. Die flogen nicht sehr hoch, also kam wohl noch etwas auf uns zu. Das Motel war übrigens die einzige Übernachtungsmöglichkeit im Ort, und zu unserer Zeit gab es keinen Richtungshinweis darauf.

Die Gastherrin machte zunächst einen recht barschen Eindruck, taute aber mit der Zeit auf und bereitete uns, den einzigen Gästen, ein leckeres Abendessen. Anschließend saßen wir auf der geschützten Loggia und beobachteten, wie die wenigen Badegäste auf einmal rasch ihre Sachen packten und abfuhren. Es hatte zu donnern begonnen, dunkle Wolken türmten sich und wir mussten nicht allzu lange warten, bis ein gewaltiger Regen herabprasselte. Satt, erschöpft, zufrieden und trocken konnten wir dem Spektakel gelassen zusehen.

Übernachtung

  • Motel direkt an der Donau
  • 25 Euro mit Frühstück

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