Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Amfiklia - Lamia (Tag 29)

02.08.2014: 58,43 km (3:52 h)

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Die alte Dame, Typ Korsin à la Asterix, präsentierte zum Frühstück stolz selbst gemachte Marmelade und Kuchen, wurde dann, sie hatte sich in Schale geworfen, von einem etwa gleichaltrigen, aus dem Ei gepellten Mann abgeholt und musste deshalb, Kleinvieh macht ja auch Mist, die Rechnung beim kargen Frühstück präsentieren.

Abfahrt aus Amfiklia, und nach wenigen Kilometern passierten wir restaurierte Dorfhäuser, wie sie in Frankreich in vielen Orten üblich sind. In Griechenland hatten wir das vorher noch nicht gesehen. Unmengen von Olivenbäumen schmückten die Landschaft, aber auch eine Reihe von Pistazienbäumen, die wir erst nach einer Untersuchung mit Messers Schneide und einem harten Stein identifizieren konnten.

Links und rechts wieder das beeindruckende Pindosgebirge mit dem Parnass in der Ferne, außerdem auch Abertausende von Plastikflaschen, dazu ein stetiger Aufstieg auf 650 m. Nicht holterdipolter wie in Albanien, sondern kontinuierlich ansteigend. An einem kleinen Rastplatz fanden wir einen Verweis auf Herakles, aber keinerlei weitere Informationen darüber. Dann begann das Highlight des Tages, eine 13 km lange Abfahrt, die an der Mautstation zur Autobahn endete. Wie auch der Track! Die fleißigen griechischen Arbeiter hatten eine riesige Straßenbaustelle errichtet, die alle unsere Planungen zunichte machte. Die gewählten Straßen existierten einfach nicht mehr. Ein Bauarbeiter wies uns eine schmale Gasse, durch die wir in irgendeinen Vorort Lamias kamen. Problem: Teer belegte Straßen waren durch die Sonne so aufgeweicht, dass sich Teerstücke um unsere Laufräder wickelten und mühselig am nächsten Tag abgepult werden mussten.

An einer Kreuzung tranken wir eine Limonade, die uns von einem der Stammgäste spendiert wurde. Unser Fehler: Wir fragten nicht nach dem Weg zum Hotel. So gelangten wir immer wieder an die Stätte des Übels, der Riesenbaustelle, zurück. Irgendwann hatte das Schicksal Mitleid mit uns, und wir erreichten das gebuchte Hotel.

An der Rezepzion begrüßte uns Angela aus Hagen auf Deutsch! Im terrassenförmigen Zentrum Lamias mit kaum erwartet netten Plätzen fanden wir nach einer Rundfahrt eine Taverne, die zu dieser für Griechen frühen Zeit (18.00) Essen anbot. Nach dem gar nicht so seltenen „Hammanit“ (eine umfangreiche Karte, auf der zwei Drittel der Gerichte nicht zu bekommen waren) wurden wir dennoch satt, wenngleich die im Grill ausgestellte Schlange einen bizarren Eindruck hinterließ. Wir kauften anschließend im Carrefour ein und fanden es durchaus angenehm, einfach durch die uns Mitteleuropäern vertrauten Regale zu schlendern. Einige Romakinder vor dem Geschäft wollten zu essen oder zu trinken, während die Eltern im halbfertigen Neubau nebenan siedelten, und konnten mit einem geschenkten Apfel nichts anfangen.

Die supernette Rezeptionistin, nicht Angela, sondern ihre Kollegin, im Fthia-Hotel hatte nicht nur eine Zugverbindung Larisa - Katerini eruiert, sondern auch Eis für unser Rosé-Gelage bereit, mit dem wir den Geburtstag unserer Jüngsten im klimatisierten Hotelzimmer feierten.

Übernachtung

  • Hotel Fthia
  • 60 Euro mit Frühstück
    professionell gepflegte und geführte Hotelanlage

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