Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Amfilochia - Mesolongi (Tag 22)

Junger Storch vor dem ersten Flug
Junger Storch vor dem ersten Flug

26.07.2014: 77,75 km

Wir frühstückten im milden Licht der aufgehenden Sonne, checkten aus und kauften Wasser. Womit beginnt ein guter Tourtag? Genau, mit einem Anstieg. Gut zum Aufwärmen, aber heiß genug war es eigentlich schon. Geschafft, getrunken, und dann ging es durch eine landwirtschaftlich intensiv genutzte hügelige Ebene mit unscheinbaren Straßendörfern.

Es war Samstag und es herrschte ein hohes Verkehrsaufkommen, viele waren wohl auf der Fahrt zum Meer, und je eher sie dort waren, umso besser. Geschwindigkeitsbeschränkungen waren allüberall zu sehen, aber sie erschienen unnütz. Im Vergleich zu Nordgriechenland war der Straßenbelag schlechter, oft sehr grober Kiesasphalt. Gegen Mittag erreichten wir Agrinio, die zweitgrößte Stadt Westgriechenlands, wo wir alle europäischen, asiatischen und nordamerikanischen Autohändler in einer Reihe passierten. Wir entdeckten zwischen ihnen einen Konditor mit einladendem Angebot. Dort kauften wir ein, aßen etwas und umrundeten dann die andere Seite des Amvrakia-Sees.

Felslandschaft
Grandiose Felslandschaft nördlich von Mesolongi

Einige Anstiege, schweißtreibend, aber machbar, folgten. Die Dörfer blieben unattraktiv, aber die Fahrt hinauf führte zwischen wuchtigen, pittoresken Felsen hinauf, die uns sehr klein erscheinen ließen.

Der Verkehr wurde nicht weniger, vor allem auch wegen der vielen, vielen Baustellen, die zu Stockungen führten und uns zu hoher Aufmerksamkeit zwangen. Man musste die Augen sehr weit aufhalten. Auch Löcher im Belag und sehr dicht am Straßenrand stehende Oleanderbüsche, deren Zweige in den Seitenstreifen hineinragten, erforderten Konzentration.

Am frühen Nachmittag trafen wir in Mesolongi, am Golf von Patras gelegen, ein. Andere Transkriptionen lauteten Mesologgi und Mesolongion. Bis heute gilt sie, laut Wikipedia, als Symbol des Widerstands gegen das Osmanische Reich. Die Stadt bietet vielleicht Reizvolles, uns erschloss sich das nicht. Wir fanden eigentlich nichts, was uns einlud.

Das Liberty-Hotel servierte schales Bier, war aber insgesamt ok. Wir aßen in einem Fast-Food-Restaurant, dessen Betreiber außerordentlich gut aufgelegt war und dem die Arbeit sichtlich Spaß machte: gefüllte Tomaten-Paprika-Schote, 1/2 Hähnchen, Moussaka und Pommes. Wir waren satt und todmüde. Das Bett rief, wir folgten bereitwillig. Au plumeau et bonne nuit.

Übernachtung

  • Hotel Liberty
  • 43 Euro mit Frühstück
    Hotel o.k., Umgebung und Stadt keine Reise wert

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