Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Athen - Chalkida (Tag 26)

30.07.2014: 81,44 km

Es gab ein köstliches Frühstück auf der Dachterrasse mit Blick auf die Akropolis. Freche Spatzen jagten jedem Krümel hinterher und versuchten sogar, von den Tellern zu räubern, was den einen oder anderen Gast zu unwirschen Armbewegungen veranlasste.

Im Tatoi-Park
Im Tatoi-Park

Nach dem Auschecken begann das Abenteuer, nämlich einen Weg aus Athen hinaus zu finden. Der geplante Track hätte seine Schuldigkeit getan, aber die Straßennamen stimmten nicht mit dem papierenen Stadtplan überein, den wir vom Hotel bekommen hatten. Außerdem ist es überaus schwierig, auf dem Garmin den Track zu erkennen, da die Anzeige einem Adergeflecht glich. Klar, wir waren in einer Metropole und jedes Gässchen wurde angezeigt. Jedenfalls waren wir verunsichert, und die widersprüchlichen Auskünfte der Passanten sorgten nicht für Gelassenheit. In zwei Stunden legten wir gerade einmal 16 km zurück, auch weil Ampeln, Busse, das Athener Verkehrschaos insgesamt unsere Ausfahrt verlangsamten.

Auf der ewig langen Tatoiou Straße ging es schließlich hinaus aus der griechischen Hauptstadt. Es ging hinauf, hinauf, hinauf nach Tatoi, einem ehemaligen Anwesen der Königsfamilie, dicht bewaldet und menschenleer am Südosthang des Parnes. Pinien und Zypressen sorgten für angenehmen Schatten und guten Duft. Es herrschte kaum Verkehr, und das war gut so, denn die Strecke war sehr anstrengend. Nach weiteren zwei Stunden ging es endlich vier bis fünf km auf guten Straßen hinab, die Bremsen qualmten sozusagen. Dann folgten, die Ägäis war schon in Sichtweite, weitere Anstiege und lange, schöne Abfahrten.

Strandpromenade von Chalkida
Strandpromenade von Chalkida

Die Küstenstraße wurde in Richtung Chalkida, der Hauptstadt der zweitgrößten griechischen Insel Euböa, immer hässlicher. Verlassene Häuser und Müllhalden waren häufig zu sehen, alles wirkte wie zusammengewürfelt. Über die neue Brücke überquerten wir die schmalste Meerenge der Welt. Zementstaub lag in der Luft, als wir uns dem Hotel näherten, das gerade renoviert wurde. Gegenüber dem Hotel war noch ein Fahrradgeschäft geöffnet, in dem ein Mechanicus die Sattelschrauben an unseren Rädern wieder richtig festdrehte.

In einer hübschen Bucht mit breiter Promenade aßen wir in einem der Lokale Meeresfrüchte und Kebab mit Joghurt-Tomatensauce, dazu den quasi omnipräsenten Griechischen Salat. Überraschenderweise wurde sogar Kartoffelsalat offeriert!

Übernachtung

  • John's Hotel
  • 47,50 Euro mit Frühstück
    gute Lage am Hafen, düsteres Gebäude

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