Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Chalkida - Levadia (Tag 27)

Aussicht auf Chalkida
Aussicht auf Chalkida

31.07.2014: 99,70 km

Am nächsten Morgen trafen wir nach dem befriedigenden Frühstück drei Jungs aus Belgien, die von Skopje aus mit der Bahn nach Thessaloniki und von dort aus mit den Rädern nach Athen unterwegs waren.

Wir verließen Chalkida über die alte Brücke und fuhren zunächst fünf Kilometer serpentinenformig hinauf, was uns schöne Aussichten auf die Stadt und die Insel bescherte, die allmählich in der Senke verschwanden. Einige Industriebetriebe und Lagerhallen später ging es durch die böotische Ebene. Es war staubtrocken, aber die Landwirtschaft grünte und florierte. Viele Weizenfelder (Barilla war natürlich auch zu finden) und Abertausende von Olivenbäumen.

In Thiva - dort lag in der Antike Theben - fuhren wir Richtung Zentrum und verspeisten in einem Schnellimbiss leckere Sandwiches, tranken frischen Orangensaft und versorgten uns mit „frozen water“. Die Stadt wirkte auf uns nicht anziehend, und so radelten wir in Richtung Levadia weiter. Alles in Ordnung? Nein, denn mit einem Male waren wir wieder auf der Autobahn. Hatte jemand vergessen, das blaue Schild auszutauschen gegen ein grünes Autobahnschild? Jedenfalls kostete es uns rund 20 km zusätzlich. Nicht die Welt, aber es war knallheiß, staubtrocken und wir hatten Gegenwind. Immerhin fuhren wir auf gutem Belag ohne nennenswerte Steigungen.

40 km lagen schließlich noch vor uns, der Gegenwind wurde heftiger, Lkws brausten hupend an uns vorbei. Da war es doch supernett, von einem Tankstellenbauleiter, der in einem Pick-Up die Straße querte, mit kühlem Wasser versorgt zu werden. Im nächsten Ort, die baustellenbedingte und für Räder sinnlose Umleitung hatten wir ignoriert, schleckten wir an einem Kiosk leckeres Meloneneis und begegnetem einen sehr gesprächsbereiten alleinreisenden Alexandre aus Frankreich auf seiner Griechenland-Tour. Wir tauschten Erfahrungen und Erlebnisse aus und setzten schließlich die Fahrt in entgegengesetzter Richtung fort. Der Wind war definitv gegen uns, die Beine nach insgesamt guten 90 km immer schwerer.

Wir glaubten, endlich in Levadia, im richtigen Hotel gelandet zu sein, wenn auch der Hotelname nicht dem auf Googlemaps und dem bei booking.com reservierten Hotel entspach, was uns aber erst auffiel, als wir aus dem Zustand der Erschöpfung allmählich in die Wirklichkeit zurückkehrten. In einem riesigen Kasten mit der marmorenen Eingangshalle waren wir die einzigen Gäste. Aus einem der vielen leeren Zimmer nahmen wir ein zweites Laken mit in unseren Raum und aßen abends als einzige Gäste in einem Restaurant, in dem uns der Wirt einlud, aus dem Kochtopf das Genehme auszuwählen.

Übernachtung

  • Philippos Hotel
  • 55 Euro mit Frühstück
    marmorne Eingangshalle, einzige Gäste

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