Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Dubrovnik - Herceg Novi (Tag 10)

14.07.2014: 48,65 km

Wir frühstückten in einer Bar am Stradun und genossen noch einmal die herrlichen Bilder, die Dubrovnik bot. Es war gerade einmal 9 Uhr, wenig Betrieb, die Straßen füllten sich allmählich, so dass wir die ganze Schönheit der Altstadt aufnehmen konnten.

Frohgemut machten wir uns dann auf den Weg: 3,5 km steil bergauf auf die 8. Was für eine Anstrengung so früh am Morgen bei hohen Temperaturen. Der Schweiß floss in Strömen und wir fuhren auf der schmalen Einbahnstraße oft links, um jeden Schatten auszunutzen. Belohnung: anerkennende Blicke der vielen Touristen, die am Ende des Anstiegs die spektakulären Aussichten auf die befestigte Altstadt bewunderten.

Nun änderte sich die Landschaft. Die Orte schienen weniger touristisch zu sein, sie wirkten einfacher, vielleicht sogar ärmlicher. Die Berge wurden grüner, es gab jede Menge Wacholder und Malven. Jenseits des Flughafen ließ der Verkehr stark nach.

Nach dem nächsten starken Anstieg vor Gruda erreichten wir ein sehr schönes Tal mit ausgezeichnetem Straßenbelag. Von der Polzei begleitete Limousinen kamen uns entgegen. Nein, das war nicht das Empfangskomitee. An einer Tankstelle gab es die fast obligatorische Cola-Pause, dann folgte der lange Aufstieg zur Grenze. In Karasovici verließen wir Kroatien und reisten nach Montenegro ein. Die Ausweiskontrolle gestaltete sich umständlich, es muss halt alles seine Ordnung haben. Wir hatten uns brav in die Autoschlange eingereiht, so dass sich das eine oder andere kurze Gespräch ergab. Viele Autos mit deutschen Kennzeichen waren vor, neben und hinter uns, die Fahrer waren in der großen Mehrzahl Montenegriner.

Schließlich war der offizielle Teil absolviert und wir konnten eine schöne Abfahrt Richtung Herceg Novi genießen. Aber der Belag war bei weitem nicht mehr so glatt wie in Kroatien. Es war also Vorsicht angesagt. Bald ging es wieder bergauf. Die Stadt an der Bucht von Kotor ist terrassenförmig angelegt und wirkt zusammengestückelt. Es gibt ein nahes Beieinander von schmutzig-grauen Hochhäusern und imposanten Villen. Nach einer Kaffee-Cola-Pause am Busbahnhof und mehreren Erkundigungen bei Taxifahrern und einer alten Dame fanden wir schließlich die Villa Micunovic. Die beiden Autofahrerinnen, die wir zuletzt gefragt hatten, kamen mit uns zu dem Ergebnis, dass wir uns eigentlich am Ort der gesuchten Unterkunft befanden. Ein gemeinsamer Acht-Augen-Blick entdeckte dann das schlichte Apartment-Schild 20 m entfernt.

Das Apartment erinnerte an einige sehr einfache Zimmer in Serbien, Bulgarien und Rumänien auf unserer Donau-Tour 2012. Die gemeinsame Küche im Gang wollten wir nicht nutzen. Wir brauchten eine Abkühlung und stiegen ans Meer hinab. Anschließend aßen wir direkt am Meer im "Fish House Konoba Skver". Sehr lecker. Nach den ersten Eindrücken kam der Großteil der Touristen aus Serbien, auch aus Russland, und eben Montenegro. Im Vergleich zu den kroatischen Badeorten schien es hier einfacher, nüchterner, uniformer zu sein.

Übernachtung

  • Villa Micunovic
  • 29 Euro ohne Frühstück
    sehr schwierig zu finden, einfaches Zimmer mit Kochmöglichkeit auf der Etage, 300 m zum Meer steil bergab

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