Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Elaionas - Korinth (Tag 24)

Golf von Korinth
Nordseite des Golfes von Korinth

28.07.2014: 82,12 km

Das Frühstück im Hotel Afrika war nicht so berauschend. Vor der Abfahrt füllten wir mit einer Standpumpe Luft nach und quälten uns dann erst einmal zehn Minuten lang über eine Baustelle, die sich von der Fahrbahnqualität nur unwesentlich unterschied. Seit Patras, und zwar auch sonntags, gab es immer wieder Autobahnbaustellen, die bis über die Nationalstraße hinausreichten und den Weg erschwerten.

Nach jedem Dorf folgte nun ein Anstieg, aber der Verkehr hatte im Vergleich zum gestrigen Sonntag, an dem uns die Autos regelrecht umschwirrten, deutlich nachgelassen. Am Wochenende lockte eben das nahe Meer, und am schnellsten war man mit dem Auto dort. Radfahrer hatten wir kaum gesehen.

Burgberg von Korinth
Burgberg von Korinth

Nach rund 20 km wurden die Straßen besser, die Strände leerer und die Orte schöner. Deutlich weniger Tourismus, wobei sich der allerdings, soweit wir feststellen konnten, auf die Griechen beschränkte. Weder Hochhäuser noch große Ferienanlagen waren zu sehen. Man konnte sich nahezu hinter jeder Kurve an den Strand legen und die relative Einsamkeit, schöne Ausblicke über den Golf von Korinth hinweg, den kühlen Wind und ein bombastisches Meeres- und Himmelsblau genießen.

Nach Kokkoni wurde es weniger schön - sehr volle Strände und katastrophale Straßen, bei denen man immerzu auf Löcher gefasst sein musste. So blieb es bis Lechaio, wo wir Richtung Archaia Corinthos abfuhren und schließlich die Marinos Rooms fanden. Es gab keinen Empfang, aber eine Concièrge, die uns unaufhörlich bestätigte, dass alles in Ordnung sei: endáxi. Das bei booking.com annoncierte Restaurant im „traditional Greek style“ war jedenfalls nicht geöffnet.

Apollo-Tempel
Apollo-Tempel

Nachdem wir das Gepäck im Zimmer abgeladen hatten, radelten wir einen knappen Kilometer zur Ausgrabungsstelle mit dem berühmten Apollo-Tempel, wo wir vor 36 Jahren schon einmal gewesen waren. Außer uns war am späten Nachmittag kaum jemand an diesem Ort. Eindrucksvoll, wie der Burgberg Akrokorinth, eine Festungsanlage auf einem 575 m hohen Tafelberg und damit der höchste Punkt der antiken Stadt, über die Ausgrabungen wacht und von weitem schon zu sehen ist. Die moderne Stadt Korinth liegt etwa sechs Kilometer entfernt.

Wir aßen in einem der ungezählten Restaurants Alt-Korinths, das übrigens ebenfalls Marinos hieß, Lamm und Fisch mit einem sehr intensiv duftenden, frischen Oregano und seinen Blüten, und auch die überall in der Umgebung von Restaurants lebenden Katzen hatte ihren Spaß und Schmaus. Es wehte ein heftiger Wind, aber der Blick auf den Golf konnte er uns nicht vermiesen.

Übernachtung

  • Vasilios Marinos Rooms
  • 55 Euro mit Frühstück
    in Alt-Korinth, ruhig, einfach und außer uns keine Gäste

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