Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Korinth - Athen (Tag 25)

Akrokorinth
Akrokorinth

29.07.2014: 99,42 km

Wir genossen ein sehr gutes griechischds Frühstück: Joghurt, eingelegte Aprikosen, Melonen, Feigen und Weintrauben, Aprikosenmarmelade, Käse, frisch gepressten Orangensaft, Brot, Butter, Kuchen und - Nescafé! Eine schöne Angewohnheit in griechischen Restaurants muss erwähnt werden: Nach jeder Mahlzeit erhielten wir unentgeltlich einen Früchteteller.

Der einzige Wermutstropfen war, dass das Ausgangstor mit einem Auto verstellt war. Hatte man hier schlechte Erfahrungen mit Fahrradtouristen gemacht, die sich, ohne zu bezahlen, einfach davongeschlichen hatten?

Wir starteten recht früh und hatten zunächst damit zu tun, die Autobahn zu vermeiden. Aus einer Richtung her war das Schild, das nach Athen wies, grün - also Autobahn, aus der anderen Richtung war es blau - also Nationalstraße. Wir wählten keine der Varianten, sondern fuhren durch das neue Korinth auf dem erstellten Track Richtung Athena. Nach der einen und anderen Irrfahrt erreichten wir das Meer, überquerten eine fast unscheinbare Brücke, und stellten gerade noch fest, dass wir über den Kanal von Korinth gefahren waren.

Je mehr wir uns Athen näherten, desto schwieriger wurde es, nicht auf einer Autobahn zu fahren. Fast jede Straße schien darin zu münden. Hilfreiche Griechen wiesen uns den Weg, der, wie gewohnt, Hügel hinauf und Hügel hinab führte. Wir radelten auf einer wundervollen Küstenstraße durch kleine, nicht so touristische Orte. Das Meer war wie in Kroatien tiefblau, die Straßen waren enger und es gab mehr Anstiege. Alte Villen im Bauhausstil säumten hin und wieder den Straßenrand.

Zwei koreanische Fahrradfahrer mit Mundschutz und Ortliebtaschen trafen wir, als sie ihre Räder einen Anstieg hinaufschoben. Sie waren in Teheran gestartet und unterwegs nach Rom. Über den Industriehafen ging es Richtung Athen, und dann mussten wir auf die mehrspurige Nationalstraße, auf dem alles unterwegs war, was mindestens zwei Räder und einen Motor hatte. Es gab Zebrastreifen und Bushaltestellen. So sehr wir auch nach einer Alternative suchten, fanden wir keine Möglichkeit, diese Schnellstraße zu vermeiden.

Akropolis in Sicht
Akropolis in Sicht

Vier Fahrspuren wurden im Achterbahn-Straßenverlauf schließlich zu zwei, der Randstreifen war meist breit genug, manchmal war es aber gerade noch die Haaresbreite, die uns von den Oleandersträuchern trennte. 1,9 km vor dem Ziel Syntagma-Platz hatten wir Probleme mit dem Track, und es dauerte eine halbe Stunde, bis wir das Hotel Adrian gefunden hatten. Die Akropolis half uns, denn das Hotel befand sich direkt darunter.

Die letzten Meter schoben wir durch eine Wand von Touristen, was allerdings nicht so überraschend war. Beim Einchecken gab es eine kleine Fachsimpelei mit dem radbegeisterten und sehr freundlichen Manager, und eine Stunde später wanderten wir zur Akropolis hinauf. 36 Jahre vorher waren wir hinaufgefahren, es war damals September, und es gab so gut wie keine Touristen. "Times they are a-changing."

Am Kassenhäuschen mussten wir am Spätnachmittag nicht anstehen, der Eintritt kostete insgesamt 24 Euro. Und natürlich gab es Kräne vor dem großen Tempel, aber das gehört heute wohl dazu, wenn Altertümer bestaunt werden. Es ist ein wunderschöner, ein magisch anmutender Ort, den wir noch aus kilometerweiter Entfernung am nächsten Tag sehen konnten.

Kapnikarea-Kirche in der Ermou-Straße
Kapnikarea-Kirche in der Ermou-Straße

Das Abendessen genossen wir unweit des Hotels an einem kleinen Platz in der Adrianou Street im Karyatis.

Anschließend unternahmen wir noch einen kleinen Rundgang durch die schmalen Gassen rund um die Kapnikarea-Kirche in der Ermou-Straße, ein mittelalterliches Unikum in diesem geschäftigen Ameisenhaufen, in dem alle Geschäfte geöffnet waren.

Übernachtung

  • Adrian Hotel
  • 100 Euro mit Frühstück
    schönes Hotel mitten in der Altstadt, Dachterrasse mit Blick auf die Akropolis, sehr gutes Frühstück, sehr freundliches Personal, jederzeit wieder

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