Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Mesolongi - Elaionas (Tag 23)

Auf der Brücke von Patras
Auf der Brücke von Patras

27.07.2014: 85,59 km

Im Frühstücksraum waren wir die einzigen Gäste - Gelegenheit, sich an den Schinken-Käse-Toaster zu wagen, ohne sich als blutiger Anfänger mit Pannengarantie zu outen. Die Metamorphose im Toaster gelang.

Sonntag - Sonne, blauer Himmel. Also erlebten wir viel Verkehr, radelten auf schlechten Straßen durch eine schöne Hügellandschaft. Wir kamen gut voran, auch dank einer eiskalten Wasserflasche, die wir in Mesolongi gekauft hatten. Die Steigerung von „cold water“ war „frozen water“, was unglaublich erfrischend war.

Spektakuläre Aussichten gab es bei der Abfahrt in Richtung der Brücke von Patras. Ein Superbauwerk, die Rio-Andirrio-Brücke, dem Eingang zum Golf von Korinth. Die Schrägseilbrücke, bei deren Eröffnung 2004 unter anderen Otto Rehagel („Rehakles“) einer der Ehrengäste war, hat in jeder Richtung zwei Fahrbahnen mit einer Standspur sowie einen Fußgänger- und Radfahrerweg außerhalb der Seilbefestigungen. Sie ist knapp 3 km lang und die zweitlängste Schrägseilbrücke der Welt. Für Fußgänger und Radfahrer ist die Überquerung kostenlos.

Ein Servicemitarbeiter wollte uns über den Brückenfußweg bzw. -radweg lotsen, der aber nach wenigen Metern versperrt blieb. Zurück zum Startpunkt deutete er Radelbewegungen an und so fuhren wir auf dem Randstreifen kurz vor 12 Uhr mittags hinüber auf den Peleponnes.

Unterhalb der Brücke fanden wir den Track und eine gut besuchte Imbissbude, in der wir unseren Hunger und Durst stillten. Entlang des belebten Patras-Strandes fuhren wir weiter. Kurz dahinter wurde es wieder weniger gemütlich für Fahrradfahrer. Ursache war vor allem die gefühlt permanente Baustelle an der parallel verlaufenden Autobahn. Zahllose Laster waren unterwegs, um Kies abzuladen und aufzunehmen. Egio, den nächsten Ort, hatten wir ursprünglich als Übernachtungsort gewählt. Zum Glück war dort kein Zimmer mehr frei, der Ort gefiel uns überhaupt nicht. Statt dessen kehrten wir im Hotel Afrika ein, dessen zunächst schlecht gelaunter neuer Inhaber, von uns aus dem Mittagsschlaf geweckt und sehr gut Deutsch sprechend, etwas murrte, weil wir einen sicheren Platz für unsere Fahrräder verlangten und sie nicht einfach vor dem Eingang abstellen wollten. Ob wir nie Schwierigkeiten mit diesem Wunsch bekommen hätten. Nein - hatten wir nicht. Dies war das erste Mal - und sollte es bleiben -, bei dem das überhaupt zur Sprache kam. Glücklicherweise fand die kurze Debatte ein schnelles und für uns befriedigendes Ende. Die Räder kamen in eine Garage, alles war gut.

Wir aßen in einem Lokal an der Strandmeile Mamas Salat und Burger. Dann nippten wir noch etwas Wein am Hotelpool. Bei so guten Gästen steigerte sich auch die Laune des Besitzers.

Übernachtung

  • Hotel Afrika
  • 60 Euro mit Frühstück
    schöne Anlage mit Pool, nahe am Meer, ruhig, jederzeit wieder

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