Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Negotino - Veles (Tag 37)

Alte Lkw
Alte Lkw

10.08.2014: 48,16 km

Leckeres Frühstück mit bröseligem Toast, aber vielen Spiegeleiern - gut für eine Fahrradtour am Sonntag in Mazedonien.

Wir modifizierten den Track und setzten ihn auf der 1102 fort. Eigentlich wäre der Weg durch Negotino auf einer in der Velomap weiß gekennzeichneten Straße weitergegangen, aber weiße Straßen auf Velomap oder Googlemaps bedeuten für Mazedonien unbefestigte Wege mit grobkörnigigem Kies. Das wollten wir vermeiden, zumal die altnative 1102 in recht gutem Zustand war und nur wenig genutzt wurde.

An einer Autobahn-Tankstelle stockten wir den Wasservorrat auf und erlebten bis Stobi recht gemütliche 15 km, auf denen wir viele Weinfelder, Pfirsichplantagen und einige Baustellenfuhrparks mit Oldtimerlastwagen aus den fünfziger, sechziger Jahren sahen.

In Stobi besichtigten wir die sehenswerte Ausgrabungsstelle der alten mazedonischen Hauptstadt. Die Räder ließen wir in der Obhut eines freundlichen Mannes in Ranger-Uniform, der uns durch einen unscheinbaren Hintereingang einließ. Die Anlage war beeindruckend. Man gewann einen guten Überblick über den Aufbau der alten Stadt mit dem Herakleia-Tor, vielen frühchristlichen Kirchen, dem römischen Forum, der alten Synagoge, dem Palast Theodosius I. und prächtigen Mosaiken. Lohnenswert, weil der Stadtentwurf veranschaulicht wurde. Im September gehen die Ausgrabungen weiter.

Im nächsten Ort, ein Café stand neben dem anderen, erwartete uns eine Überraschung. Eine erste Gruppe von insgesamt zwei Dutzend Radlern, die im Rahmen des European Volunteer Program nach Athen unterwegs waren, rastete dort. Auf den nächsten 10 km trafen wir immer wieder einzelne Fahrer in unterschiedlichstem Outfit - immer mit viel Gepäck, teils in Badehose und Hut, teils in Trikot und Helm. Unser Caféwirt sprach deutsch, die anderen sechs Gäste ebenso. Das führte dazu, dass es eine kleine eifersüchtige Auseinandersetzung zwischen Wirt und Gästen gab, was wir denn bestellen wollten. An diesem Tag hatten wir das Gefühl, dass beinahe jeder Mazedonier irgendwann einmal in Deutschland gewesen war. Und alle waren sie von einer beeindruckenden Freundlichkeit.

Der Rest der Strecke nach Veles führte durch eine schöne Schlucht, immer am Ufer des Vardar entlang. Veles, steil am Hang gebaut, begrüßte uns mit zahlreichen kleinen Kirchen und ungewöhnlich vielen Brücken. Dank vieler netter Wegweiser fanden wir das Hotel Montenegro Riviera. Der Inhaber, sehr freundlich, entgegenkommend, herzlich, kam aus Mazedonien, seine Frau aus Montenegro. „Alles Jugoslawien, dann kaputt.“ Sie besitzen ein Haus in Herceg Novi, wo wir vor rund drei Wochen durchgefahren waren. Im Gespräch gingen wir fast die ganze Tour durch.

Am frühen Abend aßen wir Hamburger und Kebab, im Prinzip die gleiche Speisekarte wie in den beiden letzten Tagen. Der Besitzer stiftete das Dessert. Blagodaram (danke)!

Übernachtung

  • Hotel Montenegro Riviera
  • 50 Euro mit Frühstück
    sehr familiär, sehr freundlicher Inhaber

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