Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Neum - Dubrovnik (Tag 9)

Neum
Neum

13.07.2014: 68,74 km

Nach dem Frühstück und bei leichtem Nieselregen gab es einen herzlichen und lautstarken Abschied. Wir wussten, was nach wenigen Metern auf uns zukam, der steile Aufstieg zur 8. Das war sicher nicht der ideale Start, aber immerhin hatte der Regen stark nachgelassen, als wir die 8 erreichten.

Es war Sonntag, viele Autos waren unterwegs und wir hatten eine Reihe von Steigungen mit bis zu 10% Anstieg zu bewältigen. Außerdem plagte uns fast durchgängig ein heftiger Gegenwind, so dass die Tour anstrengend war. Die Landschaft blieb sehr sehenswert, aber sie wurde rauer, karger.

In einem kleinen Dorf, war es Babici (?), tranken wir etwas Kaltes und bewunderten eine Platane, deren Alter auf 450 Jahre geschätzt wurde. Wir nutzten die Pause, um die Ketten zu schmieren und mit sauber laufendem Getriebe die nächsten Anstiege zu nehmen. Unterwegs wurden wir von fröhlich winkenden Schweizern passiert, die auf dem Weg nach Istanbul waren.

Vor Dubrovnik, der früheren Republik Ragusa, gab es Aussichten satt. So ließen wir es langsam angehen und fanden mithilfe freundlicher Polizisten den Weg in die autofreie Altstadt des "kroatischen Athens". Durch das Pile-Tor gelangten wir auf den Stradun und waren inmitten der Touristenströme, die sich langsam an den vielen Geschäften und Lokalen vorbei fortbewegten.

Das gebuchte Apartment befand sich in einem hellen großen Haus in einer schmalen Gasse schräg gegenüber der Spaghetteria Toni. Allerdings war der Name "Studio Heart of the Town" nicht auf den Klingel- oder Türschildern zu lesen. So klingelten wir und erfuhren durch die Gegensprechanlage, dass sich niemand für zuständig erklärte. So riefen wir den englisch sprechenden Vermieter an, und wenig später erschien eine junge Frau, die uns aufschloss, bar ohne Quittung kassierte und das Allernotwendigste erklärte. Schwupp - war sie schon wieder weg. In einer anachronistischen Waschmaschine konnten wir unsere Fahrradklamotten waschen. Aufgrund des Lärmpegels der Maschine warteten wir den Waschvorgang vorsichtshalber ab, bevor wir die Altstadt per pedes erliefen. Faszinierende Gassen! In einem Schmuckgeschäft kauften wir für unsere beiden Töchter und Ute drei filigrane Silberkugeln.

Anschließend aßen wir in einem französischen Restaurant, das weiter der Rede nicht wert war. In der Spaghetteria tranken wir später noch Bier und Wein, unterhielten uns mit dem gesprächigen Ober und kehrten in das Apartment zurück. Denn das WM-Endspiel wurde übertragen und wir erlebten einen wunderbaren Abend mit dem vierten Stern für die deutsche Elf. Was für ein Finale in dieser grandiosen Stadt!

Übernachtung

  • Studio Heart of the Town
  • 75 Euro ohne Frühstück
    mitten in der Altstadt, kühl, ruhig, schlichte Einrichtung, nicht ganz einfach zu finden

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