Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Skopje - Vojnik (Tag 39)

12.08.2014: 52,13 km

Nach dem Frühstück schauten wir uns den Weg hinaus noch einmal auf Googlemaps und dem Stadtplan an und machten uns startklar. Unten erwartete uns tatsächlich das angekündigte Begleitkommando, das uns aus der Stadt führen wollte. Voran das Auto, wir hinterher - so die Idee. Wir konnten die beiden hilfsbereiten jungen Leute allerdings davon überzeugen, dass es so zu einem Verkehrschaos kommen würde. Wir versicherten ihnen, es schon zu schaffen. Dass uns dieser Service überhaupt angeboten wurde, war ja kaum zu glauben, völlig uneigennützig, hilfsbereit und herzlich.

Minarette wiesen den Weg
Minarette wiesen den Weg

Im Großen und Ganzen klappte unser Weg hinaus, wir verfuhren uns nicht und waren nach einer halben Stunde in den ersten Vororten. In einem kleinen Café erholten wir uns und wurden prompt von drei Männern, die bei einem Geschäftsfrühstück saßen, eingeladen, als wir bezahlen wollten. Einfach so - das rote T-Shirt Utes mag eine Rolle gespielt haben. Ich glaube aber auch, dass die Einheimischen es durchaus gerne sehen, wenn die Touristen auch die kleinen Orte und Plätze aufsuchen, in denen sich der Normaltourist eben selten verirrt. Dazu sind die Radler ja prädestiniert.

Straßendorf für Straßendorf ging es weiter in nordöstliche Richtung, und zwar bergauf. Links von uns waren die Berge des Šar Planina zu sehen. Die Geschäfte waren nicht mehr wie auf der Route nach Skopje in Wellblechhütten untergebracht, und die Minimarkets erschienen moderner und deutlich sauberer. Wir dienten als Fotomotiv für einen kleinen Albert auf dem Arm seines Vaters, der unbedingt mit uns aufgenommen werden wollte. Entlang einer Möbelstraße mit zwei Dutzend Geschäften links und rechts kletterten wir auf rund 570 m. Die Dörfer in der schweizerisch wirkenden Landschaft waren schon von weitem an den Minaretten erkennbar. Oben erwartete uns dann eine große stinkende Müllhalde.

Gestärkt durch Orangensaft und kalten Sprudel ging es weiter auf ordentlichen Straßen nach Kumanovo. Es herrschte Hochbetrieb, Marktstände auf beiden Seiten der belebten Straßen, zu allen Seiten geschäftige Menschen. In dem Durcheinander der Gassen verloren wir den Track, fanden ihn aber mit Hilfe eines Taxifahrers wieder. Es ging auch bald schon wieder bergauf. Und es war sehr heiß. Wir blieben auf der gut ausgebauten E871, obwohl der Track quasi nebenan auf einer ruhigeren, aber auch mindestens teilweise ungepflasterten Straße verlaufen wäre, die unserem Eindruck nach auch mehr Anstiege aufgewiesen hätte.

Etno Selo Timcevski Complex
Etno Selo Timcevski Complex

Unser Hotel Ethno Selo wurde bereits drei Kilometer vorher angekündigt. Ein Hotel, das durch Schilder auf sich aufmerksam machte, hatten wir lange nicht mehr gesehen. Das Hotel entpuppte sich als ein großer Hof, wie er im ursprünglichen Mazedonien typisch gewesen sein mochte. Sehr hübsch mitten in der recht kargen Landschaft am Fluss Pcinja, mit Reitmöglichkeiten und Pool und angeschlossenem Restaurant. Diesen Stopp hatten wir ursprünglich nicht geplant. Er war aus der Not geboren, dass wir in Kriva Palanka kein Hotel gefunden und nach einer Alternative gesucht hatten. Das Glück war mit uns.

Übernachtung

  • Etno Selo Timcevski Complex
  • 37,50 Euro mit Frühstück
    wunderschöne Anlage abseits der Hauptstraße mit Pferden, Ziegen, Schafen, Gänsen und Angelmöglichkeiten am Fluss, rustikal, mazedonische Küche

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