Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Sofia - Bonn (Tag 44)

17.08.2014 (durch die Stadt und Rückflug)

An diesem kühlen Sonntagmorgen radelten wir noch einmal im menschenleeren Sofia umher und ließen die Zeit verstreichen. Wir fuhren an einem Wochenmarkt entlang, der von vielen, vielen Menschen besucht wurde. Im Hintergrund waren völlig heruntergekommene Häuser mit waghalsigen Elektroinstallationen neben Neubauten zu sehen – das Viertel erlebt einen Umbruch. Wir sahen in einem Park Kindern beim Fußballspielen zu und belachten noch einmal die lustigen grünen Ampelmännchen, die ihre Beine schlackern ließen wie weiland die Figuren aus der Augsburger Puppenkiste. Anschließend warteten wir in der Lounge unseres Hotels auf den Wagen, der uns zum Flughafen bringen sollte. Er traf pünktlich ein, und es war nicht ganz einfach, die Räder hineinzubugsieren, weil die Sitzbänke sich nicht umklappen ließen.

Die Fahrt zum Flughafen führte durch neue Viertel Sofias. Einige Baustellen später bedankten wir uns für den Service und luden aus. Wir hatten noch ein paar Stunden Zeit und verpackten zunächst die Räder. Lenker längs gestellt, Klapppedale hoch - und dann kam die Abdeckfolie unter neugierigen Blicken zum Einsatz. Jeweils eine Ortlieb-Tasche wurde aufgegeben, die andere nahmen wir als Handgepäck mit, bevor wir die Räder zum Schalter für sperriges Gepäck trugen. Wie in Köln musste das Problem gelöst werden, die Räder in den Durchleuchtungsapparat zu bekommen, was uns mit vereinten Kräften gelang. Die Luft hatten wir übrigens nicht aus den Reifen gelassen. Zwar hatte uns eine Mitarbeiterin von Air Berlin darauf hingewiesen, aber unseren Informationen zufolge ist eine solche Maßnahme anachronistisch.

„Die Vorschrift ist also eine überflüssige Sicherheitsmaßnahme. Die Lufthansa verzichtet zum Beispiel schon seit einigen Jahren darauf.“

In dieser Situation behalfen wir uns mit den Adenauerschen Steigerungsformen der Wahrheit und wechselten zum Sicherheitscheck für uns. Nach längerer Suche wurden Utes BH-Bügel als Piepsursache indentifiziert, allerdings piepste in der Tasche auch Immer wieder etwas, uns war gar nicht bewusst, wodurch das ausgelöst wurde. Ein skrupulös kontrollierender Sicherheitsbeamter fand schließlich ganz unten im „Futterbeutel“ unser altes AEG-Messer, das er triumphierend präsentierte. Leider, leider mussten wir es in Sofia lassen. Nachdem wir auch noch einen verloren geglaubten Pass in einer anderen Tasche gefunden hatten, waren die Schwierigkeiten überwunden. Alles konnte seinen Weg nehmen.

Der pünktlich startende Flieger von Air Berlin brachte uns zunächst nach Berlin-Tegel, wo wir nach einem ellenlangen Fußmarsch die Maschine nach Köln-Bonn bestiegen. Aus dem Fenster sahen wir eines unserer Fahrräder auf einem Gepäckwagen und waren guter Dinge, dass das andere wohl auch noch eingeladen würde.

Zu später Stunde warteten wir schließlich am Gepäckband des Köln-Bonner-Flughafens. Endlich erschien eine Tasche. Wo mochte die andere sein? Ein Fahrrad wurde gebracht. Und wo war das andere? Es kam nichts mehr. So reklamierten wir die fehlenden Gepäckstücke und mussten mit dem Taxi nach Hause fahren.

Rund 2700 Kilometer lang, nicht gerechnet die Fahrten in den Übernachtungsorten, war alles gut gegangen, ausgerechnet am letzten Tag ging einiges schief. Einige Tage später brachte der Air Berlin Lieferservice die fehlende Tasche und das Fahrrad. Zum Glück war nichts aus der Tasche verschwunden, das Edge 800 war ebenso vorhanden wie der Kindle. Mit dem Fahrrad war man allerdings nicht sorgsam umgegangen. Da müssen wir uns für die nächsten Reisen etwas überlegen.

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