Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Star Dojran - Negotino (Tag 36)

09.08.2014: 76,68 km

Wir starteten früh. Warum? Wir konnten die Uhr wieder eine Stunde zurückstellen und waren noch so an die griechische Zeit gewöhnt. Den frühen Start nutzten wir, indem wir die Ketten schmierten und in einer Imbissbude Sesamkringel, Pizza und türkischen Kaffee frühstückten.

Pause
Pause

Zu Beginn blies uns starker Wind entgegen. Wir fuhren auf recht schmalen Straßen mit viel Ausflugsverkehr zum See, es war Samstag. Bis nach Vilanova ging es fast immer leicht bergauf. An einer Kreuzung fragten wir vorsichtshalber zwei Polizisten nach dem Weg nach Negotino. Sie erklärten uns, dass wir noch 10 km fahren müssten, um dann auf den Highway zu wechseln. Die Polizei schlug uns vor, die Autobahn zu nehmen? Später verstanden wir den Rat.

Bei einer kurzen Pause schenkte uns ein Landarbeiter zwei Wassermelonen. Wir setzen de Track fort, bis die Autobahn begann, auf die wir natürlich nicht fuhren. Statt dessen, wie wir jetzt wissen, fuhren wir auf eine 98 Jahre alte Straße, die laut Felsinschrift am anderen Ende in Demir Kapija (Eisernes Tor), am Zusammenfluss des Bosavica in den Vardar, von Soldaten im Auftrag des deutschen Kaisers Wilhelm II. gebaut worden war.

Sie war mittlerweile weitgehend unbefestigt, ihr Zustand schon herausfordernd, vor allem die Anstiege und Abfahrten auf kiesigem Untergrund, die das Gleichgewicht bedrohten. Wir fuhren an den bewaldeten Bergern entlang mit Blick auf sehr schöne Täler, trafen auf der gesamten Strecke drei Waldarbeiter, zwei Fußgänger, und ein Auto kam uns entgegen. Es gab keine Häuser. Aber wir durchquerten tolle Täler. Neben uns die Bahnlinie, dann der Vardar und dann, noch weiter entfernt, aber stets in Sicht, die Autobahn mit ungezählten hohen Brücken. Mehr Platz war nicht in diesen schmalen Tälern. Riesige Pfützen, in die sich die Frösche retteten, und einmal erwarteten uns an schmaler Stelle ein Traktor und ein Mann mit großem Messer in der Hand. Er schnitt aber nur Buschwerk und grüßte freundlich.

Nach etwa 15 km kamen wir an den Durchbruch des Vardar, der dem Donaudurchbruch zumindest von der Felsformation her ähnelte. Hier befand sich die oben erwähnte Inschrift, die wir zufällig beim Fotografieren entdeckten.

Wilhelm II., deutscher Kaiser, König von Preussen, befahl seinen Soldaten, diese Strasse zu bauen. 1916

Ab Demir Kapija wurde die Straße 1102 richtig gut. Die meisten Autos benutzten die nahe parallel verlaufende Autobahn. Es entfaltete sich eine breite Ebene, in der überwiegend Wein angebaut wurde. Höfe oder Anwesen waren jedoch nicht zu sehen. Auf den Feldern war niemand zu sehen.

In Negotino fanden wir das gebuchte Hotel Pamela schnell. Wir aßen Hamburger nit Käse und Salat und tranken mazdonischen Riesling. Ein gezapftes Skopsko gab es leider nicht. Aber dafür eine lustige Radioreklame: Tri-tri-pet-pet (3-3-5-5).

Übernachtung

  • Hotel Pamela
  • 45 Euro mit Frühstück
    rundum in Ordnung

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