Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Thessaloniki - Star Dojran (Tag 35)

Schildkröte kreuzt
Schildkröte kreuzt

08.08.2014: 77,40 km

Nach dem Frühstück holten wir die Räder aus der Tiefgarage, beluden sie, starteten, kauften Wasser und verloren nach 10 Minuten den Track. Gefunden, verloren - in diesem Rhythmus ging es die nächsten Minuten weiter. Das Problem, das wir schon in Athen hatten: der Track zeichnet sich innerhalb einer Großstadt nicht deutlich genug ab, kontrastiert auf dem Display des Edge 800 zu wenig von den ungezählten anderen Straßen der Stadt. Es kam uns so vor, als würden wir jeden Hügel Salonikis erklimmen, bis wir dann auf dem höchsten waren und sowohl auf die Stadt und die Ebene zurückblicken als auch die hohen Berge sehen konnten, die uns erwarteten.

Eine überaus steile Abfahrt auf schlechter Straße belastete Bremsen und Hände. Wir kürzten den einen oder anderen Abschnitt ab und fuhren rund 8 km über eine Schnellstraße. Als uns ein entgegenkommendes Polizeiauto anhupte, merkten wir, dass Fahrräder hier wohl verboten waren. Wir suchten nach einer Alternative, die es aber nicht gab. Glücklicherweise war die Schnellstraße kurze Zeit später zu Ende und es ging auf der Nr. 65 weiter.

Je näher wir Mazedonien kamen, umso spärlicher wurde der Verkehr, die Landschaft verlor ihren Reiz. An der Grenze wartete eine lange Schlange von Lkw, aber nur ein Pkw. Ein kurzes Schwätzchen, und wir waren in Mazedonien.

Dojran-See
Dojran-See

Die Stupar Apartments waren gar nicht so einfach zu finden. Um den See herum fehlten deutliche Hinweise, Hausnummern waren nicht zu erkennen, Auskünfte blieben vage. Und dabei war bestimmt jedes zweite Haus ein Ferienhaus, wie sollten wir es da herauspicken? Als wir es schließlich geschafft hatten, überraschte uns das Badezimmer. Die Badekabinen waren in den letzten Tagen schon immer kleiner geworden, hier war zusätzlich die phantasievolle Installation zu bewundern: die Dusche war mit dem Wasserhahn des Waschbeckens verbunden, Leitungen lagen blank.

In einem kleinen Restaurant am See aßen wir günstig und lecker. Es gab zu dieser frühen Abendstunde kaum noch Badegäste, dafür im buchstäblichen Sinne Reihen von Anglern, die sich beinahe auf den Füßen standen und die Fische mit Ködern bewarfen.

Bis spät in die Nacht wurden wir mit Musik bespaßt, die aus dem kleinen Laden direkt gegenüber dem Apartment kam. Wir vermissten die Ruhe des Hotels Lidra.

Übernachtung

  • Stupar Apartment
  • 37,50 Euro ohne Frühstück
    sehr einfache Ausstattung, nettes Personal, gute Lage, schwer zu finden (nicht ausgewiesen, jedes Haus ist ein Apartment)

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