Durch Südosteuropa auf dem Eurovelo 8

Zadar - Šibenik (Tag 4)

Auf dem Weg nach Šibenik
Auf dem Weg nach Šibenik

08.07.2014: 75,70 km

Gestern war es bereits recht schwül gewesen. Nachts hatte es gewittert, und morgens empfing uns starker Regen. Wir flüchteten am Stadtrand auf der D8 in ein Café, in dem wir Gebäck frühstückten und uns eine halbe Stunde lang den Regen anschauten. Schließlich entfalteten wir die Regencapes und starteten, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Petrus hatte ein Einsehen: nur zwei, drei Kilometer weiter ließ der Regen nach und in Bibinje hörte er vollends auf. Wir rasteten auf einer Bank direkt am Meer und vertilgten Reste: Chips, Gebäck, Riegel. Die Capes klemmten wir auf den Gepäckträger und setzten die Tour fort.

Das Wetter wurde immer besser. Wir radelten durch die hügelige Landschaft, vorbei an Kiefernwäldern und behielten das Meer stets im Blick. Gegen Mittag begegneten wir dem dritten „Feind“ des Tourenradelns, einem kräftigen Gegenwind (die beiden anderen sind Steigungen über 10 % und italienische Autofahrer, die selbst hupten, wenn die Straße so breit wie eine Landebahn war - na gut, nicht alle, aber bemerkenswert viele im Vergleich zu Autofahrern anderer Länder).

Von Steigungen blieben wir heute verschont. Gegen 14 Uhr trafen wir in Šibenik ein. In der Altstadt, wo sich unser Apartment befinden sollte, war an Fahren gar nicht zu denken: zu viele Treppen. Eine freundliche Dame bot sich an, Ute zum Tourist Office zu führen, während ich die Fahrräder an einem schönen Platz bewachte und mich auf die Treppenstufen setzte. Etwa 15 Minuten später wurden wir von einem freundlichen Mann angesprochen, der gerade des Weges kam und uns als seine booking.com-Gäste identifizierte. "We need a safe place for two bicycles." - So lautete unsere Bedingung bei der Reservierung, und außer unseren zwei Rädern waren weit und breit keine anderen zu sehen. Also Treffer! Der Gastgeber führte uns ins 20 m entfernte Apartment, also mitten ins Altstadtleben, erklärte uns alles und gab uns einige Informationen über Sibenik und Dalmatien.

Später schlenderten wir durch die sehenswerte Stadt und besichtigten die Kathedrale des Heiligen Jakob, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Am Hafen genossen wir Fisch, Wein, Oliven und die entspannte Atmosphäre in dieser schönen Stadt. Šibenik hat uns außerordentlich gut gefallen. Man vergaß sogar die WM in Brasilien, wo heute Deutschland auf den Gastgeber traf. Als eingefleischter Pessimist wollte ich gar nicht wissen, wie es ausgegangen war.

Auch für morgen hatten wir am Ende des Tages noch eine Routenänderung vorgenommen. Statt sofort nach Split zu fahren, wollten wir zunächst in Trogir Station machen. Der Vermieter hatte uns die Stadt als sehenswert beschrieben, und nach den heutigen Erfahrungen mit dem heftigen Gegenwind und den bevorstehenden Steigungen im Hinterland schien es uns besser zu sein, in Küstennäge zu bleiben und in Trogir ein Zimmer zu reservieren.

Übernachtung

  • Apartment Galbiani
  • 48 Euro ohne Frühstück
    sehr großes, schön eingerichtetes Apartment direkt in der Altstadt, sehr freundlicher Gastgeber, jederzeit wieder

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