Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Arad - Szeged (Tag 16)

20.07.2015: 102,77 km

Das Frühstück schlug an Dürftigkeit den bisherigen Rekordinhaber in Găești. Das war gar nichts.

Die Fahrt nach Szeged war der gestrigen ähnlich. Sehr heiß mit Gegenwind, eine Flachetappe auf guten Straßen mit wenig Verkehr bis zur Grenze. Immerhin war es etwas grüner als gestern, Siedlungen blieben selten, es war nahezu menschenleer.

An der letzten OMV-Tankstelle tranken wir noch einen Kaffee und gaben die letzten Lei für Orangensaft-Cappy aus. Für solche Dinge musste man in Rumänien in aller Regel eine Tankstelle ansteuern. Es ergab sich hier das tatsächlich einzige Gespräch über unsere Tour, das ein Rumäne aus Sibiu begann, als er uns nach Einzelheiten fragte.

Überraschung: Fahrradweg

An der Grenzstation winkte man uns gleich durch und der Ungar begrüßte uns mit einem „tschuss“ in seinem Land.

Auf den ersten Kilometern hinter der Grenze fuhren wir verbotswidrig auf einer Straße, die auch für Traktoren und Pferdegespanne verboten war, eine alternative Route gab es nicht. Als uns eine Polizeistreife freundlich zunickte, waren wir beruhigt.

Einige km weiter begann ein gut ausgebauter Fahrradweg, auf dem wir rund 15 km fuhren. Dann ging es zurück auf die Straße oder auch auf Fahrradwege, die sehr holperig waren.

Nach zwei weiteren Tankstellenzwischstopps fuhren wir auf der Straße nach Szeged hinein, der Stadt mit den meisten Sonnentagen in Ungarn, suchten per Laptop nach unserem Hotel, fanden problemlos den Weg dorthin und checkten ein.

Die Kathedrale

Zum ersten Mal mussten wir für einen sicheren Fahrradunterstellplatz bezahlen, 6 Euro. Und wieder einmal war man scharf auf EUR, die wir als Reserve bei uns führten. Zum Leidwesen bezahlten wir mit Amex. Die Amex-Karte kam erstmals zum Einsatz. Visa oder Mastercard ist das weitaus häufiger verwendete Plastikgeld.

Gestern Abend fuhren wir natürlich noch durch das schöne Szeged, drittgrößte Stadt Ungarns mit breiten Einkaufsstraßen und großen, luftigen Parks. Viele Statuen, u.a. Vasarely, waren in den Parks zu sehen, aber auch in den Avenuen oder vor der Uni, z.B. einen Gelehrten, der gerade die Treppe hinunterstieg. Statuen in Aktion, sozusagen.

Vor der kleinen Uni tranken wir ein ungarisches Bier. Die freundliche Kellnerin, die wir nach einem Restaurant gefragt hatten, nannte uns das Alabárdos Étterem és Borozó. Mit unseren begrenzten Sprachkenntnissen gelang es uns, wenigstens den Straßennamen zu behalten. Es war ein sehr guter Tipp: Wir aßen dort gemischte Fleischplatte, die sehr lecker schmeckte.

Übernachtung

  • Szent Janos Hotel
  • 60 Euro mit Frühstück

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