Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Baja - Pécs (Fünfkirchen) (Tag 18)

22.07.2015: 72,42 km

Schotterig

Nach einem leidlichen Frühstück überquerten wir die alte Donau. Die ersten 25 km waren gut zu fahren. In einem hübschen kleinen Städtchen ereilte uns das Unglück, dass der Track auf eine immer schmaler werdende Straße führte, die neben einem Weingut zu einem steil ansteigenden Schotterweg wurde.

Oben angekommen ging es zunächst wieder auf einer Straße weiter, dann erneut auf einem Schotterweg, schließlich auf einem Pfad durch Wiese und Wald. Immer mal steil aufwärts oder abwärts, und zwar richtig steil, so dass Schieben angesagt war. Rüttelschüttel, und dann wollte Herr R. von unserem Mobilfunkanbieter auch noch etwas zum Zusammenschluss mit O2 erzählen. Wir fanden schließlich zu einem Dorf, von dem aus eine Straße nach Pécs führte: 50 Minuten hatten wir für knapp 3 km benötigt!

Kaltes Wasser und Eis erfrischten uns, dann ging es hügelweise hoch und runter, aber wenigstens auf Straßen. Als wir vor der Wahl standen, dem Track zu folgen oder die blau ausgeschilderte Schnellstraße zu nehmen, auf der Räder nicht zugelassen waren, entschieden wir uns für die zeitsparende Variante. Schnell fahrende Autos, aber keiner hupte, auch hier ging es hoch und runter. Zwischendurch ein Schild, wonach Räder zwischen 12 und 14 Uhr zugelassen waren. Kurz vor dem Ziel waren Räder erlaubt, dann wieder nicht. Wir wurden auf einen Radweg geleitet, der Blasen am Sitzfleisch verursacht hätte. Somit blieben wir auf der Straße, griffen an einer OMV zu hohem C und erreichten endlich unser Hotel.

Das Hotel bot eine tolle Jugendstilfassade und befand sich rund 50 m vom Hauptplatz entfernt. Wir checkten ein, machten uns frisch und erkundeten das sehr schöne Zentrum. Auf der Treppe oben am Platz erklärte uns ein mit seinem Land unzufriedener 50jähriger ungarischer Radrennfahrer, der seine Ausreisebereitschaft geradezu emphatisch betonte, in schönstem Deutsch den Weg zu einem Geschäft, in dem Fahrradzubehör zu kaufen war und das länger geöffnet hatte. Rechtzeitig vor 19 Uhr konnte Ute eine neue rote Fahrradglocke erwerben, da ihre seit dem Unfall nicht mehr zu gebrauchen war. In einer pittoresken Seitengasse, wieder auf einen kleinen Platz führend, aßen wir in einem italienischen Lokal namens Az Elefanthoz ausgezeichnet: Tagliatelle mit kross gebratenem Speck und Lasagne bolognese sowie Muscheln in Tomatensauce. Sehr gut. Hübscher Standort zum Verweilen, Beobachten und Genießen.

Spickzettel

Zurück im Hotel hatte die Dame an der Rezeption für uns die Preise für einen Transfer per Bahn bzw. Auto recherchiert. Jeweils 4200 plus 420 pro Person und Fahrrad per Bahn war wesentlich günstiger als die 40000 Forint, die der Autotransfer mindestens kosten würde. Also würde morgen ein Bahntag folgen.

Warum das? Die letzten Tage waren strapaziös gewesen und der geplante Track hätte uns morgen über einige unbefestigte Wege geführt, von denen wir genug hatten. Sie zu vermeiden hätte die Strecke andererseits auf 115 km verlängert. Das wiederum wäre mit den zu erwartenden Anstiegen an unsere Reserven gegangen. Wir brauchten einen Ruhetag.

Übernachtung

  • Hotel Palatinus
  • 60 Euro mit Frühstück
    sehr gut, jederzeit wieder

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