Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Găești - Râmnicu Vâlcea (Tag 8)

12.07.2015: 105,55 km

Einer von vielen

Auf nach Râmnicu Vâlcea, ehemals Wultsch, laut Wikipedia das Hackerville Rumäniens in den Südkarpaten. Über 700 m Anstieg hatten wir heute vor uns. Rekordverdächtig!

Das konnte man vom Frühstück nicht sagen. Ein kleines Omelett, eine Tasse Kaffee, ein Glas süßen Saft, eiskalte Tomate und Gurke, acht Scheiben Toast und ein kleines Töpfchen Marmelade. Während wir aßen, kontrollierte Stefana rasch, ob wir nichts von den Schokoriegeln im Zimmer genascht hatten.

Găești zog sich noch überraschend lange hin. Kurz danach kam das nächste Dorf, das sich ebenfalls lang hinzog, alles war auf die Straße hin ausgerichtet. Viele Menschen waren unterwegs, oft zu Fuß, auf dem Rad oder auch im Pferdekarren. Die Häuser wirkten sehr sauber und mit Zäunen sorgfältig zur Straße hin abgesperrt.

In einem der Dörfer namens Leordeni wurde auf ein Haus mit Erinnerungsstücken des berühmten rumänischen Pianisten Dinu Lipatti hingewiesen, aber das Radeln machte gerade viel Spaß und wir wollten ja noch in die Karpaten!

Eis und Kaffee im Magazin Mixte

Die vielen Straßendörfer zogen sich kilometerlang hin, jede Menge Tankstellen und ab und zu auch ein Magazin Mixte. In Pitești, ausgangs der Tiefebene, aßen wir in einem kleinen Park Obst, Wurst und Joghurt. Billa, Penny und Auchan gab es hier. Gerade diese drei Supermärkte fanden wir oft in Rumänien, Zeichen dafür, dass die Konzernzentralen viel Hoffnung auf die Konsumentwicklung im Osten gesetzt hatten.

Der Verkehr nahm nun deutlich zu, die Landschaft wurde hügliger, die Waldstücke mehrten sich. Hinauf, hinunter und immer die Autos im Nacken. Was war denn hier los?

Rund 25 km vor Râmnicu Vâlcea fuhren wir eine schöne Abfahrt hinunter und plötzlich mussten wir abbremsen. Auf eine Länge von rund 500 Metern standen links und rechts der Straße Imbiss- und Verkaufsbuden dicht an dicht, Dutzende von Schrägparktaschen verengten die Straße, zumal in ihnen auch Busse hielten, ein Gewimmel wie in einem Einkaufszentrum - hier war der Bär los. Nun konnten wir uns auch den Betrieb auf den Straßen erklären: Sonntagsausflug zum Bratwurstesssen und Nippeskauf auf dem Berg. Die LKW kamen nur mühesam weiter, wir auf dem Rad waren klar im Vorteil.

Blick über Râmnicu Vâlcea

Einige Anstiege und Abfahrten später erreichten wir unseren Zielort. Das Hotel Miraj fanden wir relativ schnell. Man hatte uns einen Platz in der Tiefgarage reserviert, und wir freuten uns auf ein leckeres Essen, denn es wurde libanesisch gekocht. Die Vorfreude war nicht die schönste Freude! Die hatten wir während des Essens, zu dem es eiskalten Rosé gab. Sehr gut.

Übernachtung

  • Hotel Miraj

  • 43 Euro mit Frühstück
    sehr freundlich, schöne Lage über der Stadt, libanesische Küche, jederzeit wieder

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