Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Oradea - Arad (Tag 15)

19.07.2015: 117,32 km

Unser Hotel in Oradea

Das Frühstück konnte mit dem Abendessen nicht ganz mithalten. Hauptgrund: Pappbrot, kein Toaster, eisenharte Eier.

Wir machten uns auf den Weg nach Arad. Fassen wir zusammen: Die Strecke bot überhaupt keine visuellen Attraktionen. Links platt, rechts platt, oft steppenartig im westlichen Teil. Mitunter große Mais- und Sonnenblumenfelder, sehr oft mit Syngenta-Tafeln ausgestattet. Im letzten Viertel der Tour waren auch mal Ställe zu sehen. Von dem wenigen Vieh, das wir bisher gesehen hatten, kann der riesige Fleischbedarf sicher nicht gedeckt werden.

Es war heiß, die Luft fühlte sich an, wie durch einen Fön gefiltert, aber die Sonne blieb meist hinter Wolken versteckt. Die Straße war insgesamt in einem sehr guten Zustand, der Verkehr hielt sich bis zum frühen Nachmittag in Grenzen, was wohl dem Sonntag geschuldet war. Wir fuhren fast den ganzen Tag Richtung Süden und hatten Rückenwind. Wer glaubt das denn? Natürlich hatten wir Gegenwind, östlich versetzt, der es auf dieser Fahrt durchs platte Land schwer genug machte, Speed aufzunehmen.

Windig und karg

Eben dieser Wind drückte das Vorderrad häufig nach rechts, und unglücklicherweise drängte er Ute von der Straße. Bei dem Versuch, wieder auf die Straße zu kommen, geriet sie in eine Rille und fiel auf die linke Seite. Dicke Beule am Kopf, zur Abwechslung mal wieder eine Rippenprellung, diesmal allerdings links, Knie aufgeschürft und blaue Flecken auf der linken Seite. Nach der Portion Arnika und ein wenig Erholung ging es langsam weiter, die Sehstörungen verschwanden allmählich. Nach einer Pause an unserer Lieblingstankstelle OMV stellte Ute fest, dass die linken Halterungen von Bremse und Schaltung angebrochen waren. Wir zogen die Schraube etwas an und hoffen, dass dies bis Zagreb hält.

So schlimm der Sturz war, Ute hatte Glück im Unglück. Wir trugen keinen Helm, es war einfach zu schwül und heiß, und es war kein LKW oder Bus hinter ihr, als sie fiel.

Nach der Ankunft in Arad, wir waren offenbar die einzigen Gäste und die Dame an der Rezeption beherrschte das Kreditkartenverfahren noch nicht virtuos genug, so dass es eine Viertelstunde dauerte, bis wir ins Zimmer gehen konnten, fuhren wir ins Zentrum.

Es gefiel uns nicht so sehr, alles wirkte sehr funktional und es gab nur wenig markante Punkte. Wie in jeder Stadt, ja in jedem Dorf des Landes gab es viele Apotheken. In einer Pizzeria aßen wir zu Abend, da das Hotelrestaurant wohl seine Pforten für immer geschlossen hatte, wovon auf booking.com nichts zu lesen gewesen war. Die beiden Servicemitarbeiterinnen waren von der üblichen Grantigkeit des Servicepersonals im Land. Darüber soll jetzt kein Wort mehr verloren werden. Wir waren froh, zusammensitzen zu können.

Übernachtung

  • Hotel Lotus
  • 33 Euro mit Frühstück
    etwas außerhalb des Zentrums in einem Wohngebiet, katastrophales Frühstück

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