Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Sibiu - Sighișoara (Schäßburg) (Tag 10)

14.07.2015: 92,28 km

Als wir zum Frühstück erschienen, wurden wir in den Gotischen Keller komplimentiert. Die kleine Reisegruppe aus den USA bezeichnete den Gewölbekeller als „dungeon“ und hofften möglicherweise auf Dracula-Nachfahren. Bis auf den Kaffee war das Frühstück in Ordnung. Im Nachhinein erkannten wir, dass man uns für Mitglieder der Reisegruppe gehalten hatte. No problem.

Erster kurzer Regenguss, als wir auf die Räder stiegen und den Weg aus der Altstadt hinaus suchten. Kurz hinter Sibiu gab es einen langen Anstieg. Als wir uns schon auf die Abfahrt freuten, begann der Regen zu prasseln. Um dem Schlimmsten zu entgehen, stellten wir uns unter dichte Bäume, zogen später die Capes über und setzten die Fahrt fort.

Bis Mediaș,im Kokeltal gelegen, war es eine schöne Tour: wenig Verkehr, hübsche Dörfer, zahlreiche Wehrkirchen. Viel Mittelalter-Atmosphäre. In diesem Teil Siebenbürgens erschien das Ambiente ähnlich wie in manchen schwäbischen oder fränkischen Gegenden. Waren wir noch in Rumänien?

Nach der Mittagspause wurde die Straße belebter, die Landschaft weitete sich, die Dörfer waren gepflegt, und die Capes kamen wieder zum Einsatz. Das Hotel Cavaler liegt direkt an der Hauptstraße, die an der Großen Kokel entlangführt. Den freundlichen Empfang konnten wir kaum fassen, er muss erwähnt werden.

Nach dem Duschen radelten wir zur alten Burgstadt hoch. Sehr schöne Gassen, ein ähnliches Ambiente wie im südfranzösischen Les Baux, allerdings gab es hier weit weniger Touristen.

Das UNESCO-Weltkulturebene Schässburg wird mit dem berüchtigten Pfähler Vlad Țepeș (Vlad III. Drăculea) in Verbindung gebracht, dem Vorbild der literarischen Dracula-Figur. Das Draculahaus in Schässburg wird als sein Geburtshaus beworben.

Kurz vor einem zehnminütigen Wolkenbruch waren wir zurück im Hotel mit einem Spa-Wellness-Bereich, der eine ganze Reihe bulgarischer und polnischer Touristen angezogen hatte, und sahen im Hof, bei Salat, Rippchen und Cevapcici, dem Guss zu.

Übernachtung

  • Hotel Cavaler
  • 52 Euro mit Frühstück
    sehr freundlich, schöne Lage unterhalb des Burgberges

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