Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Sofia - Pravetz (Tag 2)

06.07.2015: 84,71 km

Ländliche Idylle

Trotz des langen Tages gestern wurden wir früh wach. War es Vorfreude auf die Etappe? Der Tag begann jedenfalls prima: wir frühstückten sehr gut auf der sonnigen Terrasse mit Blick auf die Berge und bei der Abfahrt fand uns das Edge 1000 sehr schnell und zeigte den vorher geplanten Track an. Gut so!

Auf den ersten 5 km mit reichlich Verkehr hielten wir allerdings immer wieder an, weil Utes große Gänge nicht so richtig einrasteten. Einige Handgriffe später war das gerichtet, so dass wir stets in Hör- und Sichtweite der parallel verlaufenden Autobahn auf der alten Nationalstraße fuhren, die zum Teil idyllische Ansichten bot, aber auch mit großen Löchern im Belag versehen war.

Kurz vor Botevgrad sahen wir immer wieder Umleitungsschilder, fuhren arglos weiter, bis uns nach einer längeren Bergauffahrt an einer einsamen Tankstelle zwei LKW-Fahrer bedeuteten, die Straße wäre bald zu Ende. Wir müssten umkehren. Wir fuhren zwei, drei Kilometer weiter und erkannten die Bescherung. Es hatte in den letzten Tagen einen Erdrutsch gegeben, die Straße war einfach weg.

Zu Fuß gingen wir zur Baustelle und fanden Hilfe beim Bauleiter, der uns erlaubte, die Räder 30m auf dem Seitenstreifen der Autobahn zu tragen und so die Baustelle zu umgehen. Es wurde eine schweißtreibende Angelegenheit, aber eine Rückkehr wäre schon zu Beginn das Aus für unseren Zeitplan gewesen.

Noch einmal gutgegangen.

In der Nachmittagshitze folgten zahlreiche Steigungen und schöne Abfahrten zum Stausee von Botevgrad, das sich uns als recht einladend zeigte. Danach gab es eine lange Geradeausfahrt bis nach Pravets, wo wir das avisierte Hotel mehr als eine Stunde lang suchten. Warum mussten wir so lange suchen?

  • Das Hotel war in GoogleMaps eingetragen und sollte sich, wir schauten online, am Busbahnhof befinden. Falsch!
  • Wir folgten den Hinweisen hilfsbereiter Passanten, hielten sie jedoch für falsch, weil wir eine Angabe nicht richtig zu deuten wussten.

So radelten wir zwei-, dreimal um den Pudding, leider Bergstrecken, und waren groggy, als wir das Hotel endlich gefunden hatten.

Bei einem kühlen Kamenitza präsentierte uns abends der freundliche Kellner die Speisekarte. Neben ihm stand die Köchin, die unsere Wünsche mit „njet“ bzw. „da“ kommentierte. Es war eben nicht alles da, was auf der umfangreichen Karte stand, aber Schopska, Rind und Huhn gibt es ja überall in Bulgarien!

Übernachtung

  • Complex Praveshki Hanove
  • 55 Euro mit Frühstück
    schöne Lage im Tal

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