Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Szeged - Baja (Tag 17)

21.07.2015: 106,29 km

Schattige Pause

Nach einem durchschnittlichen Frühstück führten die ersten 30 km durch eine waldreiche Gegend, meist Misch-, manchmal Kiefernwald. Wir gelangten auf einen 1a-Fahrradweg, perfekt asphaltiert, so dass wir wunderbar vorankamen. Einen ähnlichen erstklassigen Fahrradweg hatten wir vor einigen Jahren im Fläming erlebt. Grandios!

In einem kleinen Städtchen aßen wir nach rund 55 km ein frugales Mahl, das Heidelbeer-Wassereis schmeckte gut und ein Ungar brachte uns sogar eine Wassermelone. Wir setzten die Fahrt fort, leider nicht mehr auf ausgebauten Wegen, sondern auf Wegen, die 5 km lang durch Felder führte, oft distelig unterfüttert. Der schlimmste Streckenabschnitt führte uns durch knöcheltiefen Sand, so dass wir absteigen und schieben mussten. Bei der Hitze war das sehr anstrengend.

Marktplatz von Baja

So lobenswert die Tendenz beim Edge 1000 ist, Strecken abzukürzen, so zwingend notwendig für die Fahrer ist es, den Track vorher auf Google Earth anzusehen. Eine Panne in der Sandwüste wäre grausam gewesen. Aber die Schwalbe Unplattbar sind eben tolle Reifen, und auch das Gerappel auf den von Traktoren zerklüfteten Wegen verkrafteten unsere Utopia-Räder.

Nach rund einer Stunde erreichten wir gelobtes Land, nämlich eine Straße. Richtung Baja ging es nun viel schneller, aber die Landpartie hatte Kraft gekostet. Kurz vor Baja folgte dann eine kilometerlange Baustelle, auf der ein neuer 1a-Fahrradweg angelegt und eine neue Fahrbahndecke aufgetragen.wurde. Der neue Belag erhöhte den Rollwiderstand enorm, und wir waren froh, als wir endlich Baja erreichten.

Wir sahen auch wieder einigermaßen zivilisiert aus, weil uns an einer Autowaschanlage ein freundlicher Ungar den Staub und Dreck von den Rädern gespritzt hatte. Unseren alten Fahrradladen, in dem Ute eine neue Klingel kaufen wollte, hatte leider schon geschlossen. Chips von DM, ein Softeis, dann trudelten wir im total renovierten Hotel ein, das wir von der Donau-Tour kannten.

Der Platz um 1900

Das gebuchte Zimmer entpuppte sich als Jugendherbergszimmer aus den frühen 60ern, ohne Klimaanlage, das WIFI funktionierte nicht. Für rund 30 Euro Aufpreis bekamen wir eine sehr viel besseres Zimmer. Der Hunger trieb uns bald auf die Terrasse, der Kellner reagierte mit leicht hysterischem Lachen auf den Wunsch, uns doch bitte den reservierten Tisch zu zeigen, den es allerdings nicht gab. Eigenartig. Ein Gast beschwerte sich über die Wartezeit, Utes Fleisch war roh, nichts war gewürzt. Entspannung ist anders.

So sehr das Hotel unter dem Besitzerwechsel gelitten hatte, es blieb der bezaubernde Blick auf den Hauptplatz, unmittelbar an der Donau gelegen.

Übernachtung

  • Duna Hotel
  • 60 Euro mit Frühstück
    sehr schöne Lage, aber der Service hat arg nachgelassen

Zurück