Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Székesfehérvár - Tata (Tag 20)

24.07.2015: 68,16 km

Vor dem Start befreiten wir die Kettenblätter von Sand und schmierten die Kette. Wir stellten fest, dass die Reifen ein wenig Luft gebrauchen konnten. Bevor wir die Mini Turbo Morph umrüsteten, wollten wir einen Versuch an einer Tankstelle mit unserem Adapter wagen. Doch zunächst kurvten wir durch das kleine hübsche Zentrum von Stuhlweißenburg, in dem Kaiser Stephan begraben liegt.

Rund 10 km hinter der Stadt entschieden wir uns, nicht dem Track zu folgen, der uns steil hinaufführen würde, sondern folgten der wenig befahrenen Hauptstraße durch eine steppenartige Landschaft, in der wir einmal nicht von Mais oder Sonnenblumen umzingelt waren. Ungarn ist in vielen Teilen, die wir kennengelernt hatten, zu einem Beispiel für Monokulturen geworden.

An einer Tankstelle gelang der Versuch, mittels Luftdruckgerät und Adapter für die französischen Ventile die Reifen aufzupumpen, was wir schon seit zwei Jahren probieren wollten. Dann ging es einige Kilometer steil hinauf auf einer guten, von Wald gesäumten Straße, bis wir eine himmlische 6 km lange Abfahrt genießen konnten. An einem kleinen See fanden wir ein Lokal, in dem wir eine Suppe verspeisten und eiskalte Getränke zu uns nahmen.

Dann setzten wir die Tour fort und blieben auf der Straße. Die Feldwege, die im Track enthalten waren, wollten wir nach unseren trüben Erfahrungen nicht mehr fahren. Ernsthafter Rat: in Ungarn Feldwege vermeiden, wann immer es möglich ist.

In Tata angekommen gab es zunächst Erdbeereis zur Belohnung. Am schönen See tranken wir wieder etwas Kaltes und erholten uns bei jazziger Live-Musik von den Anstrengungen. Der Marktplatz vor der Kathedrale wurde gerade renoviert, gar nicht so selten in diesen Wochen. Zum Golfhotel fuhren wir 4 km durch einen schönen Wald, checkten ein und platzierten die Räder neben einigen Golfausrüstungen im überwachten Eingang.

Beim Abendessen waren wir zunächst die einzigen Gäste und waren nicht ganz so entzückt vom Salade Niçoise, der eher ein Thunfisch-Gurkensalat war. Die darauf folgende Ente mit Backpflaumen und Lendenmedaillons mit Blaubeersauce entschädigten allerdings, Der Weißwein schmeckte. Eine spanische Großfamilie erschien auch noch zum Essen und besaß tatsächlich die Chuzpe, mitgebrachten Rotwein hineinzuschmuggeln, während sich Señor darin gefiel, den Kellner mit seinen Deutschkenntnissen zu beeindrucken. Es wurde spät heute Abend.

Übernachtung

  • Old Lake Golf Hotel
  • 65 Euro mit Frühstück
    etwas außerhalb, schöne Lage

Zurück