Durch die Karpaten und Tiefebenen Südosteuropas

Târgu Mureș - Cluj-Napoca (Klausenburg) (Tag 12)

16.07.2015: 109,18 km

Der Tag, dessen Motto mit „Die Suche nach dem einsamsten Hof“ benannt werden könnte, begann mit einem Rührei zum Frühstück, das nicht gut aussah. Erwartungsgemäß schmeckte es auch nicht. Wieder etwas gelernt!

Die ersten 20 km aus Neumarkt hinaus führten uns durch gepflegte Siedlungen auf einer sehr guten Straße. Es herrschte wenig Verkehr, was misstrauisch machte. Denn die Regel heißt: Viel Verkehr, meist gute, wenig Verkehr, meist schlechte Straßen.

Ab km 25 wurde der Belag zu einem Hindernis. Wir fuhren durch eine idyllische Hügellandschaft, die landwirtschaftlich genutzt wurde, es war still, aber der Genuss wurde getrübt von dem stetigen Bemühen, den schlimmsten Löchern auszuweichen. Die Anstiege wurden ob des Belages ebenfalls anstrengender.

Nach der Pause an einer Bushaltestelle wurde der Verkehr stärker, die Straße aber zunächst keinesfalls besser. Immer wieder Risse, Löcher, die uns zu schaffen machten. Und auf der Suche nach dem einsamsten Hof ließen wir wahrlich keinen der Hügel aus. Anstieg auf Anstieg folgte, und bei km 90 war bei mir Schicht im Schacht. Eis, Orangensaft und Kaffee an einer Tankstelle päppelten mich wieder auf, so dass ich es bis nach Cluj schaffte.

Die Oper

Breite, großstädtische Straßen waren es, auf denen wir dort fuhren. Problem: nahezu jeder Kanaldeckel konnte sich als Falle entpuppen. Diese Kanaldeckel lagen natürlich erwartungsgemäß nicht auf einer Linie, sondern vollkommen unvorhersehbar versetzt.

Am Ende der Etappe hatten wir über 1000 Höhenmeter bewältigt. Aber hatten wir den einsamsten Hof gefunden? Ja, inmitten von Sonnenblumen- und Maisfeldern gab es ein Gehöft hinter den sieben Bergen mit säuberlich angelegten Federvieh- und Gemüsevierteln, das so proper wirkte, als läge Tübingen hinter dem nächsten Brunnen.

Abends fuhren wir mit dem Rad ins schöne Centru der zweitgrößten rumänischen Stadt, in dem es viel zu sehen gab und es von Kaffeehäusern wimmelte; irgendeine Autopräsentation verschandelte die Umgebung mit hämmernden Lauten, aber die prächtige Michaelskirche ließ den Lärm vergessen.

In einer schmalen Gasse entdeckten wir ein gerammelt volles Pizza- und Spaghetti-Lokal mit dem typisch rumänischen Namen Rex, in dem wir ausgezeichnet aßen: Minestrone, Salat Ciprese (Orangen, Grapefruit, Mandeln, Sellerie), Spaghetti. Alles sehr lecker. Nebenan feierte eine größere Frauengruppe etwas, Urkunden wurden vergeben. Als die Damen sukzessive das Lokal verließen, zeigte uns eine Dame, wir waren neugierig, ihre Urkunde über einen erfolgreich absolvierten Aerobic-Kurs. Felicitations, Madame.

Übernachtung

  • Topas Boutique Hotel
  • 47,60 Euro mit Frühstück

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