Land's End - John o'Groats: die End-to-End-Tour

Inverness – Tain (Tag 22)

Etappe 19: 58,90 km

Uns mit unserem an mittel- bis südeuropäische Klimaverhältnisse angepassten Outfit an die Reise durch England und Schottland zu wagen, war natürlich ambitioniert, ja sogar sehr sportlich. Bei 14 Grad sind die Teva-Sandalen mitunter sehr kühl, vor allem vormittags, wenn es oft nieselt, der Wind uns peitschend umzupusten droht oder es einfach verteufelt kalt ist. Auch solche Situationen müssen erst einmal durchgestanden werden. Die Nasen tropften häufig, als wollten sie uns eine möglichst glatte Fahrbahn bereiten.

Im Brewers Fayre gab es ein ordentliches Frühstücksbüfett, so dass wir gestärkt das letzte Urlaubswochenende beginnen konnten. Auf der A9 überquerten wir bei leichtem Nieselregen und starkem Gegenwind auf der Kessock-Bridge den Beauly Firth. Durch das Dörfchen North Kessock hindurch ging es rund 15 km lang allmählich ansteigend Richtung Norden. Nach einigen Kilometern wechselten wir auf die A835, wo höllisch viel Verkehr war. Es gab lediglich einen Autofahrer, der während des Überholens auf die Hupe drückte. Wenn man bedenkt, dass wir von Dutzenden Autos überholt wurden, die teilweise warten mussten, bis die Gegenfahrbahn frei war, um uns dann vorsichtig zu passieren, kann man nur bewundernd feststellen, dass der Anteil dämlicher Autofahrer in Schottland weit unterhalb der statistischen Normalverteilung liegt. So sicher wie hier und in England haben wir uns noch nie auf europäischen Straßen gefühlt.

Hinweise auf Englisch und Schottisch

Kurz nachdem wir den Canon überquert hatten, ging es auf einer ruhigeren Straße nach Dingwall am Cromarty Firth, in dem wir am Horizont Ölplattformen zu sehen glaubten. In der kleinen Fußgängerzone gab es viel Leerstand, wohl Konsequenz der Tesco-Ansiedlung am Stadtrand. Vieh- und Forstwirtschaft bestimmten die Landschaft. Einsam fühlte man sich nirgendwo, denn selbst auf den schmalsten Straßen trafen wir auf Fahrzeuge, vom Pferdetransporter (10 km vor Tain fand eine große Pferdeshow statt) bis zu einem der gewaltigen Traktoren, mit denen die schottischen Farmer im sportlichen Stil aus den Kurven schossen.

Royal Hotel in Tain

Hinter Evanton wechselte der Radweg so oft die Fahrbahnseite, dass uns fast dizzy wurde. Im Royal Hotel von Tain trafen wir gegen halb drei ein. Das Städtchen ist der älteste Royal Burgh Schottlands und Heimat der Glenmorangie-Brennerei.

Kurz nach der Ankunft trafen wir in der kleinen Einkaufsstraße ein schottisches Ehepaar, das mit Rädern und Zelt auf einem Wochenendausflug in der Region unterwegs war. Nach einer kurzen Unterhaltung erhielten wir einen Tipp, welches die beste Bäckerei hier sei. Dort versorgten wir uns mit Pasteten für morgen und checkten anschließend im Hotel ein.

Abendessen gab es im Hotel, das sich seit dem Besuch Queen Victorias 1897 Royal Hotel nennt. Zu Tennent´s gab es Tapas und Cajun-Salad. Wir wurden satt.

Übernachtung

  • The Royal Hotel Tain
  • 90 £ mit Frühstück

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