Land's End - John o'Groats: die End-to-End-Tour

Pitlochry – Aviemore (Tag 20)

Etappe 17: 93,43 km

Blair Castle

Kaffee und Toast zum Frühstück waren knapp bemessen, immerhin gab es Nachschub. Um die zwei Töpfe Orangenmarmelade stritt sich keiner von uns. Strawberry und Rasperry Jam waren neben Black Currant die Favoriten. Das Ehepaar aus Dumfries kommentierte unsere geplante Etappe nach Aviemore mit einer nach schräg oben gerichteten Handbewegung. Oh je, da kam wohl etwas auf uns zu.

An den Ausläufern des Cairngorms National Parks entlang - fünf der zehn höchsten Berge Großbritanniens stehen in den Cairngorms - erreichten wir nach 40 km nahezu ununterbrochenen Anstiegs den Höhepunkt mit rund 460 m. Die Strecke führte durch Blair Atholl und vorbei an Blair Castle. Der Straßenbelag war dritt- bis viertklassig, die Landschaft aber wurde immer schöner, während die Temperatur zwischen 13 und 14 Grad schwankte.

Der zweite Teil der Tour war einfach toll. Die Steigungen ließen nach, der Belag verbesserte sich deutlich, und die Landschaft war malerisch. Sanfte grüne Hügel, Kiefernwälder und Heidekraut wechselten, Unmengen Blaubeersträucher, in denen sich einmal ein junger Bock versteckt hielt, immer wieder Lochs – es war sehr abwechslungsreich und alles andere als einsam.

Kurz vor Aviemore sahen wir erstmals Hochlandvieh, das wir fotografierten. Innerhalb kürzester Zeit hielten einige Autos, und bald darauf konnte man fast von einem Foto-Shooting sprechen.

In Aviemore schließlich erreichten wir ein weiteres Zentrum des Tourismus in Schottland. Trauben von Touristen, viele Guesthouses, jede Menge Autos. Im Sommer wird man in den Highlands wohl nicht verloren gehen. Auf den einsam erscheinenden Straßen in dichten Wäldern sah man immer wieder sorgsam hinter Latten versteckte blaue Mülltonnen – das Symbol Europas? -, die natürlich auf dahinter liegende Häuser verwiesen, auch wenn man sie von der Strecke aus nicht sah. Kein Pflaster für Einsamkeit suchende Zivilisationsüberdrüssige. Aber sehenswert.

Zum Abendessen weilten wir im Mackenzie Highland Inn, das uns von außen von den vielen Einkehrmöglichkeiten in der touristischen Hauptstraße am besten gefiel. Zu Weißwein und Tennent's aßen wir Pasta bzw. Beef, reichhaltige Portionen, die recht preisgünstig waren, nimmt man die 80 £ als Maßstab, die wir für ein Zimmer mit Bad im hellhörigen Vermont zu zahlen hatten. Das Essen schmeckte prima.

Mit einem Ehepaar aus Dundee am Nebentisch kamen wir ins Gespräch, das für eine Woche mit den beiden Kleinkindern hier Ferien machte. Die Radreise, die Fußball-EM in Frankreich, der FC Dundee, Würzburg und Rothenburg, wo sich Madam aufgehalten hatte, und ihre Heimatstadt Edinburgh wie die hohen Preise in Schottland bildeten die Gesprächsthemen. Per Handschlag verabschiedeten wir uns.

Übernachtung

  • Vermont Guest House
  • 80 £ mit Frühstück

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