Land's End - John o'Groats: die End-to-End-Tour

Stoke on Trent – Manchester (Tag 10)

Etappe 9: 76,77 km

Das Frühstück war nicht üppig. In dem weiten Speisesaal gab es außer uns noch drei Gäste. War man nicht aufmerksam und behielt seinen Platz beim Gang zum Büffet nicht im Blick, wurde gnadenlos abgeräumt, auch wenn der Toast essbereit auf dem Teller lag.

Den Weg aus Stoke hinaus zu finden war leicht, und die ersten Kilometer waren entspannend. Der Track führte durch einen Vorort, in dem wir in einem Shop leckeren heißen und starken Kaffee tranken, anschließend durch den Hanley-Park, Hochöfen und Kohlenzechen im Hintergrund,bevor uns der Weg wieder einmal an einen Kanal, den Caldon-Kanal, brachte.

Die Fahrstrecke erwies sich zunächst als harmlos, bis allmählich ein Matschteil auf den anderen folgte. Dreimal mussten wir die Räder mühsam reinigen und stießen endlich auf eine Straße, die uns Richtung Manchester führte. An einer Tankstelle durften wir die Räder sauber sprühen, danach llefen sie wieder besser. Die Bremsklötze an meiner Silbermöwe hatte ausgesehen, als trügen sie Pudelmützen. Wir hatten von unserem Kanalabenteuer die Nase so voll, dass wir uns vornahmen, diese Wege nicht mehr zu nutzen.

Manchester begann im Prinzip in Stockport mit seinen asiatisch-afrikanisch geprägten Straßenzügen und Bewohnern. Bis wir das Innere von Manchester erreichten, vergingen gut 15 km. Im Zentrum sahen wir einige schöne alte Backsteinhäuser, mussten dem Track allerdings aufgrund des starken Betriebs auch große Aufmerksamkeit widmen. Leider lag das Hotel Chester ein gehöriges Stück außerhalb des eigentlichen Zentrums. Da wir außerdem einige Baustellen zu umgehen hatten (neue Brücken, Tunnel und gesperrte Radwege), verzichteten wir nach der Ankunft darauf, in die Stadtmitte zurückzufahren.

Old Trafford lässt sich blicken.

Fußläufig nur wenige Minuten vom Hotel entfernt befindet sich das Old Trafford Stadion, Heimat Manchester Uniteds, das sich wie ein gigantisches Flugobjekt zwischen den stillen Wohnstraßen emporreckt.

Es gab übrigens auch eine Premiere: Der erste englische Autofahrer hupte uns an, weil er wohl annahm, wir wären eben noch bei Rot gefahren. Irrtum, Sir: Radfahrer sind mitunter auf hügeligen Kreuzungen einfach zu langsam.

Abends aßen wir in Arthur's Grillroom, der im Ergeschoss des verwinkelten Hotels liegt, wo uns eine junge Frau aus Wolfsburg bediente: Steak und Burger, vorher eine Pastete mit Salat, die richtig gut schmeckte. Die Macunian aus Wolfsburg hatte ihren vorletzten Arbeitstag, wie sie zu uns bemerkte. Man sei mit der Chefin nicht zufrieden. Wir widmeten uns diplomatisch zurückhaltend dem Mahl, als plötzlich Feueralarm ausgelöst wurde. Niemand nahm das richtig ernst, bis die Anweisung erfolgte, das Hotel unverzüglich zu verlassen. Am Sammelpunkt auf dem Hof wurden die Zimmernummern abgefragt. Fünf Minten später stellte sucg als Ursache ein defektes Heizungsventil heraus, und wir konnten in das recht hellhörige Hotel, verwinkelt wie ein Irrgarten, zurückkehren.

Im Nachhinein muss man festhalten, dass wir in allen britischen Unterkünften detaillierte Feueralarmpläne sahen, immer gab es Brandschutztüren und ebenso einen deutlich ausgewiesenen Sammelpunkt. Auf Brandschutzmaßnahmen wird offensichtlich großer Wert gelegt.

Übernachtung

  • Chesters Hotel & Restaurant
  • 54,50 £ mit Frühstück

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