Von Freiburg nach Barcelona

Chalon-sur-Saône - Mâcon

Etappe 6: 78,77 km

Radweg
Toller Radweg

Das Frühstück im Ibis Budget war besser als von Etap, so hieß früher diese Marke der Accor-Hotels, in Erinnerung. Die teuren Sachen wie Wurst und Käse fehlten, sonst war alles zufriedenstellend, so dass wir nach Befreiung der Räder aus der Gitterbox bei Hochsommerwetter starten konnten. Noch wussten wir nicht, dass wir am Ende der Etappe eine der schönsten Strecken der Tour gefahren sein würden.

Kurz nach dem Start waren wir unkonzentriert in die falsche Richtung gefahren, korrigierten rechtzeitig und fuhren in Richtung Givry, dessen Rotwein einer unserer ersten gewesen war und der von Henri IV. sehr geschätzt worden sein soll. Die beiden Romane Heinrich Manns über Henri Quatre befanden sich passend dazu auf unseren Kindles.

Wie aus dem Nichts erschien in Givry ein vorzüglich ausgebauter, breiter und asphaltierter Fahrradweg. Dabei handelte es sich um einen Bahntrassenweg (Voie Verte de Bourgogne du Sud), der bis kurz vor Mâcon kaum Steigungen aufweist, sehr gut beschildert ist, durch eine abwechslungsreiche Landschaft führt und genügend Rastplätze, oft an ehemaligen Bahnhöfen, bietet. Einziger Negativpunkt: Es gibt viele Barrieren, auch wenn sie gut zu durchfahren sind, und Pfosten, also Augen auf!

Buxy
Pause in Buxy

Wir durchfuhren Givry und erreichten Buxy, die Partnergemeinde von Weisenheim am Berg, dessen Riesling wir so gerne mögen. In einem urigen Lokal, Froschschenkel standen auf der Mittagskarte, erfrischten wir uns mit Kaffee und Sprudelwasser. Weiter ging es auf diesem wunderbaren Radweg, bis wir mittags kulinarische Hochgenüsse verspeisten: Brot mit Pfeffersalami sowie Twin Ours, le duo de bonbons ours doux-acide von Haribo, lauwarmes Wasser nicht zu vergessen.

Nahe an Taizé und Cluny vorbei führte der Weg weiter und bot malerische Aussichten auf das Mâconnais, einem Ausläufer des Zentralmassivs. Nun wurde die Strecke selektiver. Plötzliche Anstiege und rasante Abfahrten folgten im Wechsel, bis wir den Tunnel von Bois Clair erreichten, mit 1,6 Kilometer der längste Fahrradtunnel Frankreichs. Kalt war es darin, aber beleuchtet und gut ausgebaut. Auch Spaziergänger benutzten ihn.

Kurz vor Mâcon gönnten wir uns noch ein Erdbeer-Passionsfrucht-Eis und Zitronenwasser, das bei den hohen Temperaturen herrlich erfrischte. Es folgten die letzten rund 15km, ehe wir im Brit Hotel einkehrten.

Der ultrablaue Himmel, die Luft, der Fluss, die Vorahnung des „richtigen“ Südens, der für uns immer hinter Lyon begonnen hatte, ließen uns tief atmen. In einer Pizzeria in der Nähe der Handelskammer aßen wir Salat und Pizza Capri zu einem staubtrockenen kalten Rosé, comme il faut. Die Zeit der großen Sternedinner war für uns vorbei.

Übernachtung

  • Brit Hotel Mâcon Centre
    72,00 EUR

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