Von Freiburg nach Barcelona

Montpellier - Marseillan Plage

Etappe 15: 56,11 km

In Montpellier
In Montpellier

Es gibt solche Tage. Beim Frühstück legten wir zwei Eier in das kochende Wasser und mussten feststellen, dass jemand sich eines von ihnen einige Minuten später herausgefischt hatte. Fruchtjoghurt war ausgegangen, frisches Obst Mangelware. Und zudem waren die schönen neuen Giro-Handschuhe nicht mehr zu finden.

Nach dem Auschecken reinigten wir die vordere Bremsscheibe meines Rades gründlich, vielleicht hörte dadurch das geheimnisvolle Quietschen auf.

Die Fahrt aus Montpellier hinaus war schön. Am Ufer der Lez sahen wir zahlreiche neue Hochhäuser entstehen, architektonisch mitunter sehr eigenwillig, jedenfalls auffällig. Nicht eng im Sinne einer Wohnraumverdichtung, vielmehr genügend Raum lassend für Plätze, Grünanlagen und kleine Geschäfte.

Anspruchsvoll wirkten die Bauten, dabei nicht klotzend, sondern einladend. Sehr schön. Wie auch der Weg, der sich kilometerlang bis ans Meer auf guter Oberfläche präsentierte.

Den Radweg verlassen mussten wir in Palavas-Les-Flots am Golfe du Lion. Nach zwei Wochen hatten wir also bereits das Mittelmeer erreicht, um etwa 10 km auf unbefestigten Wegen, auf Kies, Schotter und Sand parallel zum Meer eine Landzunge zu durchfahren, die alles an Mensch und Maschine zum Quietschen brachte. Wir hatten Glück, dass es Sonntag war, denn die Zufahrt war als Baustelle gekennzeichnet und mit Sperren versehen, die wir umfahren konnten.

Anschließend ging es auf der D2 und auf Radwegen immer am Meer entlang nach Sète, wo die Straße in sehr schlechtem Zustand war. Hier wird gebaut, wo immer es Platz gibt. Nach Genuss eines köstlichen Himbeertörtchens in der Bäckerei Secrets des Pains radelten wir fast 20 Kilometer zwischen Étang de Thau und Meer entlang, konsultierten immer mal wieder das I-Pad, um uns des Standortes zu vergewissern, weil Strände ja nicht so unterschiedlich aussehen, und erreichten gegen 15 Uhr das Hotel Le Richmont in Marseillan Plage.

Wir checkten ein, erhielten erstmals einen eigenen Garagenstellplatz für die Räder und erlebten ein erfrischendes Bad im Meer, das gräulich wirkte, ganz anders als von der Adria gewohnt. Auf einer steinernen Liege ließen wir uns von der Sonne trocknen, machten uns dann frisch und gingen im Marina Bay essen.

Wir wählten Salat mit Jakobsmuscheln und Gambas, anschließend eine Pizza, die wir uns teilten. Als wir noch einen Wein bestellten, meinte man, der Tisch sei reserviert und wir sollten an die Bar gehen, was wir zum Anlass nahmen, die Rechnung zu bestellen. Üble Taktik des Managements, um einen weiteren Tisch für die zahlreicher werdenden Gäste zu gewinnen, die zum Essen eintrudelten.

Am Kanal genossen wir noch eine Zeitlang den Abend, bevor wir uns den Hotelbewertungen bei Booking.com widmeten.

Übernachtung

  • Hotel Le Richmont
    100,00 EUR

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