Von Freiburg nach Barcelona

Mulhouse - Montbéliard

Etappe 2: 56,92 km

Der 14. Juli ist schon ein besonderer Tag für Frankreich. Sollte heute ein weiterer Feiertag folgen? An diesem Sonntag stand das Endspiel der Fußball-WM gegen Kroatien auf dem Programm.

Nach 12 Stunden Schlaf und einem guten Frühstück im Hotel fanden wir schnell zum Kanal du Rhône au Rhin, an dessen nahezu perfekt asphaltierten Uferweg wir mal rechts, mal links Richtung Südwesten fuhren. Der Radweg, zum Eurovelo 6 gehörend, war belebt, aber nicht übervoll. Man machte sich nicht breit, sondern fuhr hintereinander, grüßte häufig, die Sonne schien, Wiesen und Wasser erfreuten die Augen, es ließ sich prima radeln. In den ersten Stunden trafen wir mehr Fahrradreisende als in den letzten drei Urlauben zusammen.

In einem kleinen Lokal nahe Montreux im Sundgau tranken wir herrlich erfrischendes eiskaltes Wasser und lauschten einigen Jugendlichen, die sich in großer Runde auf das Endspiel vorbereiteten. Wir waren nun im Territoire de Belfort unterwegs, wo uns weniger Radler begegneten. Es wurde waldiger, die Beschilderung indes umfangreicher. Pfeile auf den tollen Wegen zeigten Kurven und Engpässe an.

Rund 20 km vor Montbéliard, der frühere und hitverdächtige deutsche Name lautet Mömpelgard, signalisierten Infotafeln nicht nur das Département Doubs, sondern auch den Hinweis, dass für 13,5 Mio. Euro ein 135 km langes Teilstück des Eurovelo 6 auf den neuesten Stand gebracht worden war. Und wirklich: ein großartiges Stück Fahrradstrecke in der Burgundischen Pforte.

Montbéliard
Noch ist es still

In Montbéliard verließen wir den Radweg am Kanal und fuhren auf einer Brücke über das Stadtwäldchen, wo ein Scherzbold Hinweisschilder verdreht hatte, und Allaine, einem Nebenfluss des Doubs, hinweg Richtung Zentrum. In der Rue de Belfort fanden wir das La Balance, ältestes Hotel des Ortes, ein stattliches Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, neben dem ein weiteres Gebäude aus jener Zeit steht. Wir quartierten uns ein, machten uns ausgehfertig – also wechselten die Skinfit-Klamotten - und spazierten in das Zentrum. Bildschirme allerorten, Menschen mit Fähnchen, in blauen Trikots, mit blau-weiß-roten Streifen auf den Wangen – es war Endspieltag. Vorfreude und Spannung allenthalben. Da in Frankreich erst ab frühestens 19.00 Uhr die Restaurants öffnen, gab es für uns in einem indischen Lokal  „Essen nach Bildern“, und nach zwei Pressions in einer der vielen Straßenbars kehrten wir ins Hotel zurück.

Frankreich hatte das Endspiel gewonnen. Hupende Autos waren noch lange zu hören. Das Feiern ließ man sich nicht nehmen. Welch ein Wochenende für die französischen Fußballfans.

Übernachtung

  • Hotel La Balance
    62,00 EUR

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