Von Freiburg nach Barcelona

Pont-Saint-Esprit - Beaucaire

Etappe 12: 90,28 km

Durst
Durst

Auf ins Vaucluse, auf nach Avignon, bevor wir wieder in das Département Gard zurückkehrten. Heute würde es etwas hügeliger werden. Also brauchten wir ein gutes Frühstück. Das bekam an diesem Morgen nur ein knappes Ausreichend - mit Rücksicht auf die sehr freundlichen Gastgeber. Madame sprach ausgezeichnet  Deutsch und servierte confiture artisanale. Der Kaffee war nicht so toll, die Cerealien bestanden aus Krümelresten, na ja.

Nach einigem Hin und Her fanden wir an der alten Brücke den Radweg, der sich ab hier bis auf wenige Streckenabschnitte in einem provisorischen Zustand befand. Infoschilder und Weghinweise wurden knapp, und meist waren wir auf Straßen unterwegs, die sich Radler und Autos teilten.

Dennoch gab es auch an diesem heißen Sommertag genügend Passagen, in denen man fern vom Autoverkehr war. Wir fuhren Richtung Mondragon, im Tricastin zu verorten, und tranken in Caderousse in einem kleinen Café mit einer riesigen Platane davor und vielen pausierenden Radlern ein erfrischendes Zitronenwasser. Danach radelten wir einige Steigungen hinauf nach dem uns wohlbekannten Chateauneuf-du-Pape. Hier wurden nun die Nachteile einer Radtour augenfällig. Was machte der Radweg mit uns? Er führte uns zu „unserem“ Weingut Mont-Redon. Und nichts war es mit dem Verkosten oder dem Einpacken von Kartons. Nach einschlägigen Erfahrungen mit einem Mittagswein an der Mosel und dem anschließenden Radfahren blieb es bei unserem eisernen Entschluss – Alkohol erst am Etappenende.

Beaucaire
Rätselhaftes Spektakel

Unsere Mittagspause bestand aus Pfirsichen, Wurstbrot, Süßsaurem und Wasser, und zwar fast pünktlich um 12 Uhr. Auf vertrauten Wegen durchfuhren wir Sorgues und erreichten Avignon wie in alten Zeiten auf der D225. Es herrschte viel Verkehr, aber auf Radler nahm man Rücksicht. Auf dem Boulevard de la Ligne, direkt am Flussufer, stellten wir die Räder ab und genossen, leicht euphorisch, das Gefühl, an vertrauten Plätzen zu sein, nach Villeneuve und zur Ile de la Barthelasse hinüberzuschauen.

Nach der Pause radelten wir die Stadtmauer entlang bis zur Daladier-Brücke, auf der mittlerweile ein breiter Radweg angelegt worden ist. Nun wieder auf dem rechten Ufer fahrend hieß das nächste Ziel Beaucaire, das zur Region Okzitanien zählt. Heiß, sehr heiß, der Schweiß lief, und der Verkehr blieb uns erhalten. An einer Tankstelle stockten wir unseren Zuckervorrat auf: Coca-Cola! Endlich, nach 90 km, erreichten wir Beaucaire, aber noch nicht die Unterkunft La Maison d'Olivier. Einerseits war das Hinweisschild äußerst bescheiden, so dass wir es beim ersten Hingucken übersehen hatten, und andererseits meinte ein ortsansässiger Handwerker, es befinde sich vor den Toren der Stadt, was uns leicht verunsichert hatte.

Wir landeten schließlich in einem Haus mit Hochsicherheitstüren und drei Zimmern, in dem uns der freundliche Vermieter alles, aber auch wirklich alles bis aufs i Tüpfelchen erklärte. Nach der langen Fahrt überforderte uns die Informationsflut, die natürlich lieb gemeint war und nichts offenließ.

Durch enge, mittelalterlich anmutende Gassen erreichten wir am frühen Abend den schönen Yachthafen und aßen im Le Soleil Salat, Steak de toro bzw. Muscheln à la maison und sahen einem Spektakel mit Reitern auf Schimmeln und Läufern zu. Die Gassen waren nun deutlich belebter, einige Lebensmittelgeschäfte hatten noch geöffnet, als wir in die Wohnung zurückkehrten, nachdem es uns gelungen war, die verschiedenen Codes einzugeben, die den Weg Richtung Bett freimachten.

Übernachtung

  • La Maison d'Olivier
    70,00 EUR

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