Von Freiburg nach Barcelona

Ribes de Freser - Vic

Etappe 23: 64,48 km

Nerviger Belag
Nerviger Belag

Das spanische Frühstück gehört definitiv nicht zu unseren Favoriten. Reden wir nicht darüber, sonst müssten wir weinen.

Die ersten 20 km waren grandios. Mit einem Durchschnitt von 29 km/h waren wir unterwegs, unsere Rekorde zu brechen. Dummerweise waren auf unserer geplanten Abkürzung Räder verboten, da es sich um die Autobahn C-17 handelte (blaues Schild), während wir bisher auf der C-17 mit roter Kennzeichnung gefahren  waren.

Wir folgten also wieder dem Track zunächst auf der schmalen C-26 hinauf. An renovierten katalanischen Bauernhäusern vorbei mussten wir einen Abzweig Richtung Süden nehmen und aus der Straße wurde ein Betonplattenweg.

Daraus entwickelte sich ein unbefestigter Weg, und wir hatten abwechselnd Schotter, Gras und Felsen als Untergrund. Es ging auf und ab, es war heiß, wir balancierten, radelten, schoben, pausierten.

An einem einsamen Haus, vor dem ein Esel graste, liefen drei Hunde auf uns zu, keine Gefahr, die von einem Mann, der am Unterboden eines Uraltautos herumschraubte, zurückgerufen wurden. Ein schmaler Graspfad folgte, die Büsche wurden dichter, die Machete war nicht zur Hand. Disteln und Brombeerranken erforderten Aufmerksamkeit. Kiesiger Boden machte das Fahren unmöglich, der Schiebemodus war angesagt. Großartig, auf diesem Untergrund kein Vergnügen.

Elektrozaun auf dem Weg
Elektrozaun auf dem Weg

Ein Schlammloch tat sich vor uns auf, aus dem ich als Matschungeheuer herausplatschte. Ute hatte eine Umgehung gefunden. Meine Reifen hätte ich als Lehminstallation ausstellen können. Gut, dass ich keine Felgenbremse hatte. Nach einer notdürftigen Reinigung wartete nur noch ein nicht gekennzeichneter Elektrozaun auf uns. Ja, er führte Strom!

Meterweise ging es voran, die braunen Kühe mit den großen Hörnern wirkten ungeheuer groß und wir trugen auch noch rote Shirts, der Durchschnitt hatte sich dramatisch gesenkt, der Vorrat an Zitronenlimo ging zu Ende, als wir nach zwei Stunden Mühsal endlich eine asphaltierte Straße erreichten. PAUSE!

Flüssig, denn abwärts, ging es weiter, wir wähnten uns aus dem Gröbsten heraus, bewegten uns indes die nächste Zeit stets zwischen 800 und 1000 m Höhe. Kurze schnelle Abfahrten erfolgten seltener als strapaziöse Anstiege. Zuckernachschub war nicht möglich, weil in den wenigen Orten die Bürgersteige hochgeklappt waren. Siesta eben.

Die letzten Kilometer vor Vic, bekannt für seine Wurstwaren, konnten wir auf einer Abfahrt entspannen. Der Genuss wurde getrübt durch den markanten Geruch, den Schweinemastbetriebe produzieren. Und der lag schon lange in der Luft.

Skulptur in Vic
Skulptur in Vic

Kurz vor dem Hotel entdeckten wir das Lokal Zefir. Es war geöffnet, und das bedeutete Café frappé und Hamburger. Das hatten wir gebraucht.

In einer Waschanlage 300 m weiter säuberten wir mein Rad und mich unterhalb der Knie und über die Straße hinweg wartete das Hotel Can Pamplona - ein klimatisiertes großes Zimmer mit Balkon, somit willkommene Abwechslung zu den beiden letzten Kabuffs.

Ganz in der Nähe des Hotels ragt ein hoher Schornstein empor, Zeugnis für eine der beiden einzigen Zuckerfabriken Kataloniens, die in Vic allerdings stillgelegt ist.

Auf der anderen Seite des Hotels steht die Statue eines Mannes, der mit einer Zigarette im Mundwinkel lässig ein Ferkel unter dem linken Arm trägt.

Begleitet von Donnergrollen streiften wir durch das Zentrum, das nicht besonders anziehend wirkte.

Katalanisch in Vic
Katalanisch in Vic

In einer kleinen Kneipe stillten wir den Durst und bekamen Oliven und Chips dazu. Kurz bevor der Regen einsetzte, nahmen wir gegenüber dem Hotel in einem einfachen Lokal namens Nou Pamplona Platz und aßen Linsensalat resp. Melone mit Schinken und Sardinen.

Im Menüpreis von 26,50 € für zwei Personen war eine Flasche Wein inbegriffen, ebenso der Ananaskuchen zum Dessert.

Auf dem nächtlichen Balkon des Hotels im 4. Stock leerten wir noch eine Flasche Wein, die wir. uns im nahen Carrefour gekauft hatten.

Übernachtung

  • Hotel Can Pamplona
    63,00 EUR

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