Von Freiburg nach Barcelona

Vorbemerkungen

Durch Flusstäler und über Berge

Vier Wochen blieben uns, um von Freiburg im Breisgau aus die Hauptstadt Katalonien zu erreichen. Wir haben es geschafft, nicht pannen- und sturzfrei, aber weitgehend unbeschadet an Leib und Seele radelten wir 1.471 km - nach Garmin-Messung, nicht gerechnet die Touren an unseren Ruhetagen in Nimes, Carcassone und schließlich Barcelona.

Seit Mitte der 70er Jahre zog uns die Reiselust immer wieder nach Frankreich, wo wir nahezu ausschließlich mit dem Auto unterwegs waren. Nur einige Touren in der Provence hatten wir erradelt, so auch den Mont Ventoux. Um der alten Zeiten willen, der Lust und Laune sowie rationalen Gründen folgend wollten wir im Sommer 2018 mehr von Land und Leuten sehen - also schwangen wir uns auf die Räder, um unsere zehnte große Tour zu fahren.

Wie war es?

Richtig gut. Denn niemals hätten wir erwartet, dass es an Doubs und Rhône so viele Stellen und Strecken gibt, an denen von Autos weder etwas zu sehen noch zu hören ist. Die stille Schönheit des Doubs zu erleben war stets einer unserer Wünsche. Er hat sich erfüllt. Dass die Via Rhôna zahlreiche ruhige und beeindruckende Wege bot erfüllte uns mit Begeisterung und Staunen. Nicht nur die Radwege in Burgund präsentierten sich in einem hervorragenden Zustand, die Fahrfreude und unsere Laune profitierten davon. Steigungen waren bis zu den Pyrenäen so gut wie gar nicht vorhanden, und wir kamen schneller voran, als wir es geplant hatten. Die Etappen bis Avignon sind durchaus als Einsteigerstrecken zu empfehlen.

Je näher wir den Pyrenäen kamen, desto mehr waren wir auf Autostraßen angewiesen, was auch damit zusammenhing, dass wir nicht auf die mitunter sehr schmalen Pfaden am Canal du Midi entlang ausweichen wollten. Die Straßenbeläge waren bis auf wenige Ausnahmen gut. Schön für uns, weil es ja zunehmend bergauf ging. Wir kletterten bis auf rund 1.900 m - auch Schieben war erforderlich, so dass wir uns glücklich schätzten, vom Regen während der Touren verschont geblieben zu sein. In ein Schlammloch stapfte einer von uns allerdings doch noch, später mehr. Die Aussichten in den Pyrenäen waren himmlisch, die Aufstiege anstrengend, die Abfahren phänomenal, und zwar kilometerlang.

Abstand
Wir teilen uns die Straße.

Und die Autofahrer?

War nach den Erlebnissen in Großbritannien und Polen überhaupt noch eine Steigerung möglich? Sowohl in Frankreich wie in Spanien hatten wir jeweils den einen oder anderen Fahrer, der es mit dem Abstand oder scharfen Kurven im Gebirge nicht so genau nahm. Das kommt vor. Aber als Fazit bleibt, dass den Autofahrern für ihre Vorsicht und Rücksicht zu danken ist.
Viele, viele Schilder in Spanien und Frankreich signalisieren den Autofahrern immer wieder, einen Mindestabstand einzuhalten. Häufig werden 1,50 m Distanz auf dem Schild angezeigt. Das wurde in der Regel befolgt. Busse und LKW blieben hinter uns und vertrieben uns nicht mit Hupen oder Auffahren, was für uns bedeutete, dass wir es ihnen auch nicht schwerer machen wollten, sondern sie überholen ließen. Entspanntes Fahren also!

Resümee

Derzeit sind wir noch so begeistert von unserern Erfahrungen, dass wir schon für 2019 planen - der Arbeitstitel lautet:
Auf dem Eurovelo 8 von Cadiz nach Narbonne - oder auch andersherum.

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