Von Augsburg nach Rom

Arezzo - Cortona

Etappe 16: 41,8 km

Acker über Acker
Acker über Acker

Wir erwachten früh. Es schien uns auf die Räder zu ziehen, die einen Tag Ruhepause hatten. Das Frühstück bestand aus Resten des Conad-Einkaufs mit Baguette, und dann ging es auch schon aus Arezzo hinaus.

Die Straße war belebt, der rechte Straßenrand in schlechter Verfassung. In einem Fahrradgeschäft erhielten unsere Reifen etwas mehr Luft. Wir fahren gerne mit nahezu voll aufgepumpten Reifen. Heute führte uns der Track durch das Val di Chiana, das bei den Römern Kornkammer war, dann versumpfte und schließlich trockengelegt wurde. Heute ist das Chiana-Tal eine fruchtbare Landschaft und Heimat der größten und ältesten Rinderrasse Europas: der Razza Chianina.

Auf der SS73, die sich Richtung Siena fortsetzte, bogen wir nach einigen Kilometern links ab und stießen auf eine Schotterpiste, auf der wir durch abgelegene Sonnenblumen- und Kornfelder radelten. Viele Höfe schienen verlassen, und wir hatten genug damit zu tun, zwischen Vertiefungen und breiigen Schotterfallen voranzukommen. Die Ebene war riesig, links von uns waren in einiger Entfernung grüne Hügel zu erkennen. Die abgeernteten Kornfelder wirkten trostlos. In einem kleinen Örtchen, das von den Regengüssen am Wochenende betroffen worden war, tranken wir in der Bottega Di Frassineto einen Americano und gönnten uns zwei kleine Teigsüßigkeiten.

An der Piazza Garibaldi
An der Piazza Garibaldi

In Richtung Misericordia wurde die Straße etwas besser und gegen Mittag sahen wir Cortona, das auf gut 500 m Höhe liegt. Wir befanden uns auf rund 100 m. Also - der nächste Anstieg wartete auf uns. Die letzten 2,5 km führten derart steil nach oben, dass wir immer wieder absteigen, trinken, neu antreten und auch schieben mussten. Ob das Hannibal und den Karthagern ebenso ging, als sie hier 217 v. Chr. durchzogen? Jedenfalls ist es leichter, vom Rad anstatt vom Elefanten abzusteigen.

Wir schritten durch das mächtige westliche Stadttor Porta Santa Maria über die schmale Via Roma zur Piazza della Repubblica, dem Hauptplatz des belebten Städtchens. Danach folgten noch ein paar Schiebemeter bis zur Piazza Garibaldi, von der aus man einen grandiosen Ausblick auf die Umgebung hat und an der sich auch unser Hotel befand, in dem wir erfuhren, dass wir für gestern gebucht hatten. Glücklicherweise waren noch Zimmer frei. Puh!

Etwas gewöhnungsbedürftig war es, dass die Stockwerke unter dem Erdgeschoss lagen. Die Rezeption befand sich also oberhalb der Etage 4, in der wir uns in einem Zimmer einrichteten.

Wir machten uns ausgehfertig und spazierten durch die Via Nationale zum Rathaus. Diese 400 m verliefen ebenerdig, kein Anstieg, links und rechts allerlei Geschäfte, die Schmuck, Taschen, Eis, Speisen und Getränke anboten. In einem kleinen Laden kauften wir einen Arlecchino als Hampelmann, in einem anderen aßen und tranken wir eine Kleinigkeit. Nach einem leckeren Zitronen- bzw. Pfirsicheis durchstreiften wir die mittelalterliche Stadt auf dem Hügel, die von den Etruskern gegründet worden war. Dunkle, steile, mysteriöse und anziehende Gässchen beanspruchten unsere Beinmuskeln und unsere Aufmerksamkeit.

Kurz vor 19 Uhr aßen wir in der Antica Trattoria am ältesten Brunnen der Stadt zu Abend. Möglicherweise war dort auch der redseligste Kellner der Stadt beschäftigt. Schinken und Melone sowie gegrilltes Rindfleisch, das uns prima schmeckte und auf das wir richtig Appetit hatten.

Übernachtung

  • Hotel San Luca
    60,00 EUR oF
    jederzeit wieder

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