Von Augsburg nach Rom

Bonn - Augsburg

Rathaus
Rathaus und Perlachturm

Von Augsburg nach Rom auf dem Rad

Nein, wir radelten nicht an einem Tag nach Augsburg, sondern reisten mit der Bundesbahn an. Auch wenn der Fahrradtransport mitunter zu wünschen übrig ließ (viel zu enge und zu wenige Stellplätze), ist die Bahnfahrt billiger und verursacht wohl weniger Stress als die Fahrt mit dem Mietwagen.

Um 7.14 Uhr standen wir an Gleis 3 des Bonner Hauptbahnhofs, nachdem es uns gelungen war, die schmale Rolltreppe zu nutzen. Vor Überraschungen ist man ja bei der Bahn nie gefeit. Diesmal erlebten wir nur zwei davon. Die erste Überraschung war, dass laut Anzeige der Zug entfallen würde. Das stellte sich als Fehlinformation heraus, wie wir von der Auskunft erfuhren. Überraschung Nr. 2: Eine Servicemitarbeiterin auf dem Bahnsteig teilte uns mit, dass es den Wagen 5, in dem unsere Räder und wir Platz finden sollten, nicht geben würde.

Wir hatten nur wenig Zeit, diese Botschaft zu verdauen, denn der Zug traf ein und Wagen 5 fehlte. In dem Moment, als wir uns fast dazu entschlossen hatten, irgendwo einzusteigen, forderte uns ein halb in der Tür stehender Zugbegleiter mit sanft schwäbelndem Singsang auf, zu ihm zu eilen, er werde uns weiterhelfen.

Sehr schick!
Sehr schick!

Gesagt, getan. Der freundliche Zugbegleiter lud mit uns die Räder in den Wagen 7, in dem es auch Radstellplätze gab. Allerdings nicht für uns, denn die Plätze waren besetzt. Wir hatten natürlich reserviert, aber was half das schon. Kurzerhand räumte der gutgelaunte Schwabe die Räder in ein freies Abteil, das er gleich wieder verschloss. Uns quartierte er in das Nachbarabteil, das wir ganz für uns hatten. Auch unsere reservierten Plätze gab es nicht - Wagen 5 war nicht vorhanden. Unser Herzschlag normalisierte sich, die Fahrt begann.

Durch das schöne Mittelrheintal brausten wir Stuttgart entgegen. Laut Plan würden wir 30 Minuten zum Umsteigen haben, laut Wirklichkeit blieben uns kaum 4 Minuten. Der Grund? Umbau des Stuttgarter Bahnhofs, und deswegen war ein zwanzigminütiger Umweg nötig! Der Anschlusszug wurde über die Verspätung informiert, und er stand im Stuttgarter Kopfbahnhof gleich neben unserem IC und nicht wie vorgesehen 6 Gleise entfernt. Der Schwabenschaffner half beim Ausstieg, so dass es uns gelang, den Zug nach Augsburg zu erreichen.

Gegen 12.30 Uhr trafen wir ein. Unser Ibis am Hbf war schnell gefunden, und wir brachen zu Fuß zu einer ersten Erkundung in die Stadt auf. Gelbe Barfussschuhe kleideten Martin nun ungemein und kleine Speisen hielten uns aufrecht. Abends aßen wir gut im Weißen Hasen und erliefen einige der Sehenswürdigkeiten der drittgrößten Stadt Bayerns.

 

Augsburg - Tag 2

Am nächsten Tag nutzten wir die Räder und besuchten die sehenswerte und einzigartige Fuggersiedlung, die von anschaulichen Informationstexten und Materialien begleitet wurde. Globalisierung in der Renaissance, ein faszinierendes Thema. Der Verarmung der dringend benötigten Handwerker suchten die Fugger durch die Siedlung zu begegnen, die natürlich auch dem Seelenheil Jakob Fuggers diente.

Anschließend ging es zur Augsburger Puppenkiste, also zu Kater Mikesch und Oblong Fitz Oblong. Kindheitserinnerungen kamen auf, liebgewonnene Figuren wurden in Schaukästen präsentiert und Melodien schwirrten uns im Kopf herum. "Eine Insel auf zwei Bergen ...". Ein Ohrwurm begleitete mich noch einige Stunden. Er handelte von Bill Bo und seiner Bande.

Am Nachmittag streiften wir zu Fuß durch das sonnige Zentrum. Es war allerdings nicht zu heiß, so dass die Stadt ihren Ruf, kühl zu sein, zu verteidigen wusste. Zunächst unschlüssig, wo wir essen sollten, hielten wir am Rathausplatz ein Schwätzchen mit Würzburger Radlern und entschieden uns dann erneut für den Weißen Hasen. Diesmal aßen wir draußen das klassische schwäbische Gericht Currywurst extra scharf mit Pommes.

Zurück im Ibis lasen wir und schliefen dem ersten Ferienmontag entgegen.

Übernachtung

  • Ibis am Hauptbahnhof
    160,70 EUR oF (2 Übernachtungen)

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