Von Augsburg nach Rom

Florenz - Montemarciano

Etappe 14: 57,9 km

Wasser vor dem Anstieg
Wasser vor dem Anstieg

Nach dem Plitsch-platsch-Wetter am Nachmittag in Florenz strahlte die Sonne am Sonntagmorgen in unser Zimmer. Nicht dadurch allerdings wurden wir geweckt, sondern durch Gepolter, Rufe und Klingeln - die Gastgeber schienen auszuräumen, und zwar deutlich vor 7 Uhr. Und als sie den Schlüssel hatten liegen lassen, nervten sie durch Dauerklingeln und Türklopfen. Das Casa Maggio verdiente keine gute Bewertung.
.
Da wir nun wach waren, packten wir unsere Sachen und fanden in der Via Cortuna ein Café, das proppevoll war. Wir bestellten Thunfischpanini, Croissants und dazu den üblichen Americano und Cappuccino. Die beiden Schwestern hinter der Theke verstanden ihr Handwerk.

Anschließend fuhren wir eine halbe Stunde vornehmlich am Arno entlang aus Florenz hinaus, Richtung Arezzo. Die Straße verlief bis Rignano sull’Arno im Arno-Tal. Es gab einige sanfte Steigungen, und es war Wochenendverkehr, also reichlich Betrieb. Es fuhren jedoch keine LKW, was gut war, denn die Straße war nicht sehr breit. Ab und an tröpfelte es. In Leccio fuhren wir an zahlreichen Outlet-Zentren vorbei, Prada und dergleichen, und trotz des Sonntags herrschte dort reger Andrang. In einer Bar rasteten wir, aßen Bruschetta, Käse und Schinken, kamen mit zwei Holländern ins Gespräch, die per pedes unterwegs waren und setzten die Fahrt fort. Wohin? Aufwärts.

Schöne Ausblicke
Schöne Ausblicke

Es begann Teil 2 der Etappe. Die Landschaft wurde immer bergiger. Olivenbäume, Weinstöcke, Zypressen, Pinien, schöne Hügel, auf denen ansehnliche Häuser standen. Auf den Hügelkuppen waren oft Häuser zu einem Städtchen geschart, aus denen ein vorwitziger Kirchturm herausschaute. Nach jeder Kurve entfaltete sich ein neues Panorama. Sehr schön, vor allem auch, weil es nun endlich auch mal längere Strecken bergab ging.

Als Quartier hatten wir die Casa Ruvini in Terranuova Bracciolini, genauer im Ortsteil Montemarciano gebucht, die direkt am Track liegt. Die zweite Person, die wir nach der Adresse fragten, war zufälligerweise der Vermieter selbst. Wir bekamen ein sehr großes, geschmackvoll und kreativ eingerichtetes Apartment, leider nur direkt an der Straße, was uns bei der Buchung klar gewesen war.

Wir brachten unsere Sachen ins Haus und fuhren in der Hoffnung, ein geöffnetes Restaurant zu finden, in den Ort. Leider hatte mittlerweile alles geschlossen. Also radelten wir weiter nach Loro Ciuffenna, den Nachbarort, Mitglied der Vereinigung Die schönsten Orte Italiens.

Loro Ciuffenna
Loro Ciuffenna

Über eine alte Brücke, an der die älteste Wassermühle der Toskana aus dem 12. Jahrhundert liegt, radelten wir in den Ortskern, ließen uns in einem Café nieder und genossen den Blick auf einen farblich auffälligen Uhrenturm und alte Häuser. Ähnlichkeiten mit Fontaine-de-Vaucluse fielen uns auf.

Zu einem Pinot Grigio ließen wir unser Radlerdasein ein wenig Revue passieren, sinnierten über Ziele und Touren, kamen mit einem deutschen Paar ins Gespräch und erlebten die lustigen Auswirkungen eines urplötzlich hereinbrechenden gewaltigen Regenschauers, der die Passanten in kürzester Zeit zu sportlichen Höchstleistungen motivierte.

Schließlich kauften wir im Café Pizza und Wein und verbrachten einen gemütlichen Abend im Haus mit Philip Kerr, Michelle Obama und den Vorteilen eines funktionierenden WLAN, ringsum die Karten aus Tolkiens Welt und anderen kleinen Einfällen des Gastgebers, zu denen auch ein beleuchteter Duschkopf gehörte.

Übernachtung

  • Casa Ruvidi
    80,00 EUR oF

Zurück